rankings fasizinieren mich immer, auch wenn ich ihnen gelegentlich misstraue. so auch beim städte-ranking der zeitschrift bilanz.

bern-panoramabern hat nicht nur touristisches zu bieten, sagt das neueste städte-ranking der bilanz.

als ich vor einigen jahren nach der veröffentlichung des bilanz-städterankings bei der redaktion nachfragte, wie die reihung zustande komme, herrschte schnell mal aufregung. einen termin für ein gemeinsames treffen wollte man nicht vor sechs monaten haben. dabei zweifelte ich nicht an der richtigkeit der einzelnen bewertungen, doch wurde mir nicht klar, wie diese zum gesamtindex führten, mit dem man lebensqualität messen wollte.

2011 sind die forscher bei wüest&partner selber über die bücher gegangen. sie haben aus den 117 indikatoren 11 neue dimensionen erstellt, und verrechnen diese neuartig miteinander. generell fand eine verlagerung von harten faktoren der lebensqualität (wie dem steuerfuss) zu weichen statt. neu erfasst werden beispielsweise die besonderheiten einer stadt, und der unbrauchbare übernachtungsindex wurde durch die einkaufsinfrastruktur ersetzt.

das ist denn auch der grund, weshalb zahlreiche städte im aktuellen rating ganz anders rangiert sind als noch vor jahresfrist. beschränkt man sich auf die bernischen, lautet die reihenfolge neu:

1. bern: stärken: arbeitsmarkt, soziales, besonderheiten, bildung, kultur/freizeit und einkaufsinfrastruktur, mobilität/verkehr

2. köniz: arbeitsmarkt, soziales, gesundheit/sicherheit, bildung als stärken

3. biel/bienne: bildung, kultur/freizeit

4. thun: arbeitsmarkt, soziales, besonderheiten

5. muri: soziales, arbeitsmarkt

6. ittigen: arbeitsmarkt, bildung

7. burgdorf: bildung, soziales, erholung

8. langenthal: keine (am ehesten bildung)

9. münsingen: soziales

10. ostermundigen, spiez, worb: ohne spezifische angaben

was die berner städte also auszeichnet: das soziale, der arbeitsmarkt, die bildung, kultur/freizeit und ihre besonderheiten. real hat sich einiges verbessert, verändert sind die platzierungen aber wegen der neuen methode.

die hat erhebliche konsequenzen für die rangierung der berner städte. bern zum beispiel verbesserte sich im nationalen spiegel von 19. auf den 4. rang, köniz vom 73. auf den 34., biel/bienne vom 80. auf den 36., thun vom 78. auf den 45. und langenthal vom 111. auf den 45. platz. rückschläge gab es für muri (vom 47. auf den 70. rang), ittigen (vom 59. auf den 75. platz), während sich die andern hielt.

man sieht es, je spezifischer man lebensqualität auf pekuniäres reduziert, desto eher haben städte, die auf steuerpolitik setzen, vorteile. wenn man das konzept jedoch umfassend versteht, haben grösse, differenzierung und vielfalt der entwicklungen eine deutlich höheres gewicht. das bekommt im nationalen rating auch zug zu spüren – die beiden letzten jahre spitzenreiter. neu liegt zürich an erster stelle, vor zug und luzern – und eben bern.

stadtwanderer


Comments

1 Comment so far

  1. Hannah on Juni 13, 2011 20:26

    Selbst die „Zeit“ dieser Woche nimmt sich diesem Ranking (auf schweizerischer Ebene) an.
    Bern erscheint im bissigen Kommentar als vermeintliche Metropole, die sich dadurch auszeichne, dass die Beamten abends um 10 die Gehsteige einrollen würden.
    Eine üblich Cliché-Darstellung – von einem Schweizer Journalisten geschrieben!

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