seit 9 jahren führt die stadt bern im rahmen des lebensqualitätsberichtes eine jährliche bevölkerungsbefragung durch, um zu wissen, wo der schuh drückt, umzu erfahren, welche massnahme zu verminderung der sorgen greifen, und wo begreifen, wo sich neue probleme aus einwohnerInnen-sicht eröffnen. die jüngsten ergebnisse lauten:

baustellen und verkehr verdüsterten in jüngsten zeit das berner stadtgefühl: kommt es jetzt zu wende? (quelle: flickr von jungle-jill)

baustellen und verkehr verdüsterten in jüngsten zeit das berner stadtgefühl: kommt es jetzt zu wende? (quelle: flickr von jungle-jill)

1. baustellen (35%; tendenz neu)
2. verkehr (33%; tendenz rückläufig)
3. schmutz/schmierereien (32% (tendenz: stabil)
4. drogen/sucht (24%; tendenz: zunehmend)
5. steuern (13%, tendenz: zunehmend)
5. armut (13%; tendenz: stabil)
5. kriminalität (13%; tendenz: stabil)
8. ausländerfragen (9%, tendenz: stabil)
9. finanzen der stadt (7%: tendenz: stabil)
10. arbeitslosigkeit (6%; tendenz; sinkend)

als stadtwanderer kann ich das nachvollziehen: die baustellen waren ein ärgernis, der verkehr ist es immer noch. die hohe bedeutung der baustellen in der letzten umfrage ist sicher eine folge des bahnhofplatzumbaues und der arbeiten, die vor der euro08 durchgeführt worden sind. es ist nicht zuerwarten, dass dieses thema nachhaltig das problembewusstsein der bernerInnen bestimmen wird.

damit ist die bewältigung des verkehrs in der stadt die zentrale herausforderung. das ist übrigens in fast allen grossstädten das grösste ärgernis. immerhin sind die diesbezüglichen klagen in bern rückläufig. das gilt auch für die arbeitslosigkeit in der stadt. in beiden bereichen konnte die rgm-regierung in den letzten jahren punkten.

die opposition widerum wird sich auf die wachsenden anteile stürzen, welche die drogen- und steuerpolitik kritisieren. das ist ein fingerzeig für die regierung, denn es sich klassische themen der rechtsparteien.

die liste dürfte also nicht unerheblich sein, wenn man die aktivitäten der parteien im wahlkampf für die städtischen behörden beobachten will. wer macht der anfang eine analyse?

stadtwanderer

flickr album von jungel-jill


Comments

3 Comments so far

  1. Lisa N. on September 18, 2008 17:43

    Ich finde, man sollte zuerst diskutieren, was Lebensqualität ist, bevor man ein weiteres ranking von Probleme erstellt.
    Vor allem, wie steht um die Ursachen des Wohlbefindens?

  2. stadtwanderer on September 18, 2008 23:23

    werte lisa,
    danke für den hinweis. er stimmt. da wir aber schon über solche sachen gesprochen haben, wollte ich gleich auf einen anderen punkte lossteuern.
    nun, mit definitionen der lebensqualität haben sich philosophen, theologen und sozialwissenschafter beschäftigt. ich kann mich da nur zu letzterem äussern.
    die überlegung geht so: jeder mensch definiert lebensqualität zunächst indidivuell. die ausrichtungen der definitionen sind aber nicht beliebig, auch nicht wirklich unterschiedlich. es ergeben sich kulturelle muster, die ihrerseits eine abhängigkeit von sozio-ökonomischen entwicklungen zeigen.
    für die analyse der gegenwart von bedeutung ist, dass angesichts des wirtschaftsaufschwungs nach dem zweiten weltkrieg materialistische wertpräferenz durch postmaterialistische abgelöst wurden.
    damit einher geht der wandel der typischen definitionen von lebensqualität.
    ganz einfach: stadt arbeit und geld werden wohnlage und umwelt wichtig in der bestimmung des wünschenswerten leben.
    interessanterweise bleibt gesundheit in beiden mustern ein wichtiger, grundlegender wert von lebensqualität.
    beobachten kann man solche veränderungen anhand ausgewählter indikatoren zu umwelt, wohnungen, arbeitsplatz und einkommensverhältnissen. kein indikator alleine genügt, weshalb man mit einem set an indikatoren arbeitet; es interessieren die muster deren ausprägungen.
    im lebensqualitätbericht der stadt bern ist das an verschiedenen stellen angeführt, wenn auch nicht in besonders konsistenter form.
    und um zum artikel zurückzukehren: je nach definition von lebenqualität stört man sich an ganz anderem, weil man ein auge für sehr unterschiedlichen probleme entwickelt.

  3. rittiner & gomez on September 19, 2008 09:40

    zum glück ist die arbeitslosigkeit nur bei 6%, sonst wäre der verdruss über die baustellen…

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