imagine all the goals

bild-100.jpg“na also, geht doch”, sag’ ich mir, als ich bern verlasse. und denk mir: was nur wäre möglich gewesen, wenn …

soeben hat die schweiz in ihrem letzten vorrundenspiel den mitfavoriten portugal 2:0 besiegt. die beiden tore schoss hakan yakin, – das eine genial durch die beine des gegnerischen torhüters, das andere mit einem unhaltbaren penalty ins latenkreuz.

im taxi nach hause sind wir schnell beim thema. mein chauffeur hat die 90 minuten während des spiels nicht gearbeitet. er ist ausländer, lebt aber schon lange in bern, gibt er sich zu erkennen.

“zweimal gut für uns”, sagt er: “die schweiz hat gezeigt, was sie kann, und yakin von yb ist der beste in der mannschaft!”

ich nicke, schon bevor mein nachbar sagt, was ich eigentlich denke: “doch kuhn hat wieder den gleichen fehler gemacht wie immer. in seiner besten phase nimmt er yakin einfach aus dem spiel. ”

“damit er nicht noch ein drittes tor schiesst”, kontere ich den gedankengang, “sonst würde er neben dem gewöhnlichen kuhn definitiv zum unsterlichen star.”

man stelle sich nur vor, was geschehen wäre, hätte yakin von anfang an in der standard-formation der schweizer spielen dürften, spinne ich den faden weiter, als ich ausstieg, um mich in den sonntäglichen schlaf abzumelden.

stadtwanderer

foto: stadtwanderer, am anderen morgen, andem der blick genau das thema unseres gesprächs auf die frontseite brachte.

cal

ich bin der berner stadtwanderer. ich lebe in hinterkappelen und arbeite in bern. ich bin der felsenfesten überzeugung, dass bern burgundische wurzeln hat, genauso wie ich. also bin ich immer wieder auf der suche nach verästelungen, in denen sich die vergangene kultur in meiner umgebung versteckt hält.

11 Gedanken zu „imagine all the goals“

  1. Oh, Stadtwanderer, wie tief sind wir gesunken, dass jetzt selbst Leute wie Du über Fussball&Taxifahren bloggen müssen.

  2. oh, lisa n., wie deutlich ist doch der untertitel zu meinem blog, dass ich geschichte(n) (im plural) aus meinem lebensraum erzähle. und wie könnte ich da auf die momentane fussball-europhorie ganz verzichten.
    sicher nicht, kann ich da nur sagen, und ich versuche ja, auch andere als die rein fussballerischen themen aufzunehmen, denn in diesen wäre ich kein ausgewiesener bär.
    die nzz von heute sieht das übrigens anders als du, sie hat den stadtwanderer gleich als garanten für den reflexiven umgang mit dem fussball zitiert!
    (siehe “endlich hauptstadt”)

  3. Okey! Fussball ist einfach nicht meine Sache. Hatte mal seinen Höhepunkt, wird heute aber fast nur durch den Kommerz getrieben. Kommt mir ein wenig vor wie Muttertag.

  4. @ Liza
    Da teile ich Deine Meinung. Muttertag für drei Wochen… Immerhin gibt’s einen markanten Unterschied: Diesmal sind es nicht die Blumen, sondern die Fussballspieler, die aus Holland kommen 😉

  5. Hab mich ein wenig schlau gemacht wegen dem Stadtwanderer- und Taxichauffeur-Geplaudere bzgl. Yakin, denn auch ich warf diese Frage in die Runde.

    Hier die Antwort: “Ein guter Trainer gönnt dem besten Mann auf dem Platz einige Minuten vor Schluss einen “wundervollen Abgang” um ihn mit einem Sonderapplaus des Publikums zu ehren.”

    PS: Am Samstag beim Spiel Schweiz-Portugal sah ich nun endlich ein Off-Side am Farbfernsehen. Titus, bevor Du auf falsche Gedanken kommst, auch in Schwarz-Weiss hätte ich es verstanden. Trotzdem herzlichen Dank für eure Bemühungen mir ein Off-Side zu erklären.
    @ Stadtwanderer
    Dein Favorit ist seit heute draussen, rechnest Du nun mit dem Vize?
    Mir kann es egal sein. Meine Devise lautet: Der Bessere möge gewinnen.

  6. ach ja, die franzosen waren nur noch ein schatten ihrer selbst. dass sie so nicht europameister würden, was schon bald absehbar. kroation bleibt aber unverändert im spiel, und zwar als harter gegner für alle, wie sie es im match gegen deutschland gezeigt haben. da habe ich also nich ein feuer im eisen.
    wenn ich nachnominieren darf, dann sind die holländer ein mitfavorit. nicht nur wegen den fans, sondern auch wegen der praktisch fehlerfreien vorrunde.

  7. Nun bist Du draussen lieber Stadtwanderer. Nachnominieren lasse ich Dich nicht mehr, wo kämen wir denn da hin?
    Wenn Du es nicht weiter erzählst: Ich wollte neutral bleiben, hab aber insgeheim gehofft, dass die Holländer Europameister werden.

    Auf alle Fälle werden wir die Holländer als gute, sympathische Gäste in Erinnerung behalten.

  8. frankreich ganz futsch, kroatien futsch, und jetzt auch noch die schlapppe der holländer. eherlich, ich sag mir das: schuster, bleibe bei denen sohlen. mit fussballstoppeln habe ich wirklich nichts am hut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.