kopflos? – nein, das ist kein selbsterfahrungskurs, bei dem man seine gedanken abstellen muss, um die sprache des herzens zu erfahren. nein, das ist sodann auch nicht ein fun-film, bei dem ein zauberer mitwirkt, und aus menschen zerlegbare maschinen machen. nein, das ist schleisslich auch kein altertümpicher gerichtsplatz, bei dem ein körper gerade um einen kopf gekürzt worden ist.

„kopflos“ ist in bern eine kuriose plastik, die der künstler luciano andreani geschaffen hat. jeder hat sie schon gesehen, und ist wohl etwas kopflos daran vorbei gezogen.


foto: stadtwanderer (anclickbar)

der kleine „kopflos“ ist ziemlich symapthisch. er besteht nur aus füssen und beinen. kein kopf. nur eine verbindung, damit das linke bein dem rechten nicht davon rennt. eigentlich ist er auch ziemlich elegant, die schwungvoll formen, die dynamik und der wille, die stadt unter die füsse zu nehmen, sind speziell.


foto: stadtwanderer (anclickbar)

wie alle kunst in bern seit der reformation hat auch der kuriose „kopflos“ eine erzieherische absicht. die plastik erinnert gross und klein daran, nicht kopflos über die strasse zu gehen. denn das kann dumme folgen haben: ein tram oder bus kann einen anfahren, ein privatwagen oder ein fahrrad einen rammen. so sicher ist die stadt nun auch wieder nicht.


foto: stadtwanderer (anclickbar)

für uns stadtwanderer ist die bedeutung von „kopflos“ vielfältiger: „kopflos“ ist gleichzeitig eine einladung, die stadt zu erwandern, und gleichzeitig eine aufforderung, die stadt nicht einfach zu konsumieren: bewusst leben, bewusst sehen, bewusst berichten, ist das motto der stadtwanderer. eben: nicht kopflos sein.

daran erinnert uns die berner kuriosität stets.

stadtwanderer


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