mein nevö

September 26, 2006 | Leave a Comment

nevö? das wort ist heute ungebräuchlich. korrekt würde man es „nevoeu“ schreiben. damit meinte man bis ins 20. jahrhundert die kinder der geschwister. heute ist für diese kinder männlichen geschlechts „neffe“ üblicher, für solche weiblichen „nichte.“ und nun, nach der langen vorrede die pointe: der stadtwanderer hat einen nevö erhalten. er heisst www.kommunikationsblog.ch .


communication, wallpaper by isabel cardinal

die verwandtschaft zum „stadtwanderer“ zeigt sich schon am layout. da ist unzweifelbar mein bruder am werk gewesen. doch es ist nicht des stadtwanderers zwilingsbruder, der da bloggt, sondern dessen söhne und töchter. es sind die projektleiter vom forschungsinstitut gfs.bern, dem ich verschiedenartig verbunden bin, die kommunikationsblog.ch betreiben.

ganz schön zur sache gehen die neulinge der szene in den ersten beiträgen, die seit sonntag erschienen sind:

. Kritik ohne Rückfrage! Die NZZ und ihr Chef-Anti-Demoskop aus der Redaktion wissen selbst alles besser, deshalb greifen sie Umfragen regelmässig an. Das ist schade, denn in der NZZ-Redaktion hat es Menschen, die viel wissen über die Meinungsbildung bei Abstimmungen. Dank den Modellen und Umfragen von …

. Heute keine Umfrage! Zu allerlei Themen grassiert die Umfragewut. Umfragen sind oft nicht zielführend und schlechte Umfragen verleiten zu Fehlschlüssen.

. Heute keine News! Der „Flugs-Journalsimus“ grassiert. „heute“ fischt im seichten und klaren Wasser, zieht entsprechend keine Beute an Land und spitzt darauf basierend weil die Informationsbeute fehlt einzig den eigenen ausgeworfenen Angelhaken zu.

. Heute Hochrechnung! Die Hochrechnung ist eine von gfs.bern entwickelte Methode und war am 24. September 2006 zum wiederholten Mal sehr präzise. Das Institut stellt damit seine Leistungsfähigkeit unter Zeitdruck unter Beweis und zeigt unser Verständnis einer Kombination aus einem guten Produkt und dessen öffentlicher Kommunikation davon..

meine geneigte leserschaft merkt die unterschiede sofort: grammatikalisch ist der/das kommunikationsblog konventioneller. sprachlicher ist er/es direkter und sachbezogener, und thematisch ist er/es natürlich ganz in der gegenwart, allenfalls in der jüngsten vorvergangenheit oder dem futurum I angesiedelt. historische exkurse, burgundische kulturen und bernischer alltag sind auf dem kommunikationsblog.ch denn auch nicht zu erwarten.

vielmehr wollen die autorInneen, lukas golder, urs bieri und monia äbersold (alle megamässig jünger als ich) regelmässig über politische (und andere) kommunikation schreiben, sich zu demoskopischen instrumenten äussern, über veranstaltungen der sozialforschung berichten und kommunikationswissenschaftliche literatur bekannt machen. ein bisschen eigenwerbung werden sie sich machen wollen, aber auch jene menge klatsch&trasch aus dem gfs.bern wird in aussicht gestellt.

anlass soll jeweils sein, was die junge crew an überraschendem, interessantem und missverständlichen in allen formen der kommunikation vom gerücht bis zur medienmitteilung in ihrem eigenen alltag erlebt.

wer weiss, vielleicht schreibe ich auch mal eine gastkolumne. vorerst schaue ich meinem nevö gebannt zu, wir er aufwächst und wie er sich macht in der blogosphäre!

stadtwanderer


Comments

No Comment

  1. Christian Schenkel on September 26, 2006 20:44

    Super! Bin gespannt auf weitere Beiträge des nevös!

    Soll ich den nevö auf meiner Blogroll jetzt unter "Medien" oder "Politik" ablegen 😉

  2. stadtwanderer on September 26, 2006 21:22

    ich empfehle medien oder besser noch kommunikation! auf politik werden sich die jungs und girls sicher nicht einschränken lassen, das ist veraltetes denken der generation, die mit der systemtheorie luhmanns aufgewachsen ist …

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