so langsam, aber sich machen sich bei mir feriengefühle breit. ich schliesse meine arbeit ab, habe die letzte stadtfühung vor der sommerpause gemacht, und räume meine bücher im büro und zuhause auf.
es geht nach schweden!

schweden in bern

letzte woche war mittsommer. in schweden ist das wichtiger als in bern. bei uns kommt die sonnen jeden tag, und sie geht jede nacht. in schweden ist das nicht unbedingt so. die sommertage sind lang, im norden sehr lang, ganze wochen dauern sie. und im winter ist alles umgekehrt. da ist es nachvollziehbar, dass man mittwinter und mittsommer feiert. einmal muss allen, die nur hell oder dunkel haben gesagt werden, jetzt ist es soweit.
und am letzten freitag war es auch in bern soweit: schweden feierte mittsommer mittbern. der botschafter selber kam, das berühmte möbelhaus aus schweden sponsorte, und so wählte man den bundesplatz als festort. zahlreiche schwedische embleme schmückten den platz von dem schweizerischen parlament. und vor der nationalbank waren schwedenfahnen gehisst. schweden war für eine moment mitten in bern!

schweden in der erinnerung

es sind meine 10. ferien in schweden. 1989 war der erste versuch; seit 1999 bin ich jeden sommer in schweden gewesen. wenn es geht immer für vier woche, – so, wie auch dieses jahr.
wir lieben die abgeschiedenheit, die wälder, die seen, die inseln, die ruhe. da kann man richtig ausspannen und distanz nehmen zum schweizerischen alltag. wenn hier enge herrscht, steht schweden für weite. man kennt die begriffe stadt und land nicht so wie hier. man spricht vom dicht oder dünn besiedelten land. dort, wo wir sind, ist es dünn besiedelt, ganz dünn. die briefpost holen wir in 5 km entfernung. das einkaufen kostet 30 km. und die nächste richtige stadt ist 250 km entfernt.
wer so abseits lebt, muss improvisieren. die und der muss sich gegen die natur durchsetzen, nicht gegen die kultur. meine wichtigste erinnerung an schweden ist, dass man die zivilisation, die hier einem anhaftet, ausziehen kann. man streift sie, und wird ganz natürlich …

schweden auf flickr

vor zwei jahren habe ich das fotografieren entdeckt, in schweden, während meinen ferien. von unserem ferienhaus, der wiese, dem bootssteg und dem see habe ich 1000 bilder gemacht. ich war ganz stolz! letztes jahre habe ich dann auch andere orte in schweden fotografiert. und ich war noch stolzer!
dann habe ich flickr kennen gelernt und gleich mitgemacht. bis jetzt habe ich eigentlich nur fotos als stadtwanderer ausgestellt. diesmal könnten es auch bilder vom landwanderer werden, oder vom waldwanderer.
auf flickr versinke ich manchmal ganz in schwedischen landschaften. ich kenne sie nur vom sommer. denn vor dem winter im norden habe ich angst. aber die herbstlichen bilder meiner flickr-kollegInnen aus värmland sind bisweilen ganz verführerisch.
momentan sehne ich mich aber nach dem schwedischen sommer. die klarälv, der grosse fluss in unserer gegend, ist ein bliebtes fotosujet auf flickr. es hat viele flossfahrer, die ganze reisen quer durch schweden machen, und auf flickr davon berichten!

schweden auf dem stadtwanderer

ich werde auch im monat juli mit dem stadtwanderer verbunden bleiben. aber ich werde kürzer treten. ich habe auch nicht jeden tag freien zugang zum internet. bei meinen ausflügen in die zivilisation werde ich aber sicher hier und da eine nabelschnur zu meinem blog finden.
letztes jahr habe ich schon mal probeberichte aus schweden geschrieben. vor allem von meiner lektüre am küchentisch im waldhaus. ich habe bruno besucht, der mir ein buch geschenkt hat, das er selber gemacht hat. ich habs dann auf dem stadtwanderer besprochen. bei unserem treffen in arboga habe ich auch gemerkt, wie mir, in der wildnis, die plasterstein der mittelalterlichen kleinstädte fehlen, – und wie stark ich ihnen in bern psychisch verbunden bin.
ich habe aus der erinnerung eine mehrteilige serie unter dem titel „ode ans kopfsteinpflaster“ geschrieben. die wird jetzt noch fleissig gelesen, was mich freut.
wer weiss, was mir diesmal fehlen wird?

schweden in burgund

wir werden am 1. august wieder in der schweiz sein. es gab während den ferienvorbereitungen einen moment, da wollte ich an diesem tag aufs rütli, – mitwandern, wenn es zum präsidentinnenspaziergang kommt. ich glaube aber, ich werde es sein lassen!
momentan schwingt ein angebot von sbb historic bei mir mehr an: eine fahrt mit dem tee, dem trans europe express, nach grandson. auch dort feiert man den 1. august, – aber nicht im patriotischen sinne, mal mit rechter, mal mit linker brille. man feiert den europäischen 1. august in der schweiz.
die legende sagt, die burgunder kämen eigentlich aus schweden. oder wenigstens von der insel bornholm. heute ist die forschung mit solchen aussagen vorsichtiger geworden: sie spricht von nordostgermanen, wenn man den die ersten spuren der burgunder erwähnt, die über die weichsel und den main an den rhein wanderten, und von dort aus von den römern in die heutige romandie verfrachtet wurden. ich werde das, bei meiner heimkehr, wohl nachvollziehen, und von karlstad nach grandson gehen, um die sommerpause abschliessen!

stadtwanderer


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