„aller anfang ist begegnung“ – heisst es auf einer plakatserie, die für die stadt bern neu ist. sie ist die angemessene antwort auf den wahlkampf, den die schweiz jüngst erlebt hat.


postelektorale plakatserie in bern
foto: stadtwanderer, anclickbar

diese war eher durch ausgrenzung bestimmt. durch sündenböcke. durch misstrauen. jetzt braucht es wieder vertrauen. es braucht unterschiedungskraft statt vorverurteilungen.

die initiative ging von der stadt basel aus. die ist in diesen fragen auch anerkannt führend. seit ende 2005 stehen vier kantone gemeinsam für eine engagierte integrationspolitik – basellandschaft, aargau und solothurn haben sich baselstadt angeschlossen. dieses jahr stiess auch der kanton bern hinzu.

die beteiligten behörden rufen als erstes zu mehr respekt auf. diesen vorschuss verdient ein jeder mensch. und genau diese schutzschicht wird aufgekratzt, wenn die stimmung pauschal fremdenfeindlich ist.

das wissen auch die macherInnen der kampagne: täglich begegnen sich menschen unterschiedlichster herkunft in ihrem alltag. und genau da entscheidet sich, ob man integriert oder ausgrenzt, ob man gleichgültig ist oder ob man sich einsetzt.

die plakate sind denn auch aus eben diesem alltag gegriffen. sie sind persönlich es ist das gesicht, das anspricht und das zum slogan der kampagne überleitet.

da strahlt die eingebürgerte, die dazugehören will,
da spricht die schülerin, menschen, nicht länder sieht,
da erklärt der lastwagenfahren, was für ihn zählt, und
da pfeift der schiedsrichter, wenn jemand gefoult wurde.

halten auch sie ausschau, nach diesen bezeugungen im kino, in magazinen, ihn ihrer tageszeitung … und bei ihrer stadtwanderung! und halten auch sie sich an den grundsatz, des jeder respekt erwartet und verdient!

stadtwanderer

mehr plakate in bern, die ich heute gefunden habe
die kampagne im internet


Comments

No Comment

  1. stadtwanderer on Oktober 29, 2007 20:39

    mehr bilder zur plakateserie unter
    http://www.flickr.com/photos/stadtwanderer/1799049147

  2. Walter R. Kopp on Oktober 29, 2007 23:37

    Begegnung ist auch die Bereitschaft, andere kennen lernen zu wollen, ihr kulturelles Anderssein als Bereicherung zu sehen und dem Noch-Fremden die Hand in Freundschaft zu reichen.
    Am Sonntag nach Ramadan, den 14.10., klingelte es an meiner Türe. Draussen stand das Ehepaar, welches seit Mai 07 mit ihren drei Jugendlichen in unserem Hausteil wohnt. Die Mutter und Tochter tragen Kopftuch, streng nach islamischen Recht. Als Geschenk übergaben sie mir einen Teller voll mit Selbstgebackenem. Das sei bei ihnen so Brauch, den andern eine Freude zu machen.
    Mir hats prima geschmeckt trotz den Plakaten mit angeblich zweierlei Schafen.

  3. Anonymous on Oktober 30, 2007 00:04

    Solch dumme Kampagnen werden von Sozialfaschisten erfunden, wie der Stadtwanderer einer ist. Die Doofen sind die Bürger, die das noch bezahlen müssen!

  4. Walter R. Kopp on November 1, 2007 20:00

    @anonymus
    im eifer, ihren unmut zu äussern, sind ihnen wohl einige begriffe durcheinander gepurzelt.
    die NSDAP (national sozialistische deutsche arbeiter partei) waren faschisten und haben \\\"dumme kampagnen\\\" gemacht und vor allem waren bei ihnen engagierte Aufklärer nicht beliebt.

  5. stadtwanderer on November 2, 2007 19:03

    da scheint mir ein comment entgangen zu sein.
    danke walter r. kopp, dass sie so schnell und klar reagiert haben.
    in der tat gab es in den letzten wochen einige kommentare dieser art auf meinem blog (und dem anderer). da diese samt uns sonders verletzender natur waren, gegen wen auch immer, habe ich sie immer gelöscht. den hier habe ich aber übersehen. sorry. und ich lass ihn jetzt bewusst stehen!
    der terminus des „sozialfaschisten“ stammt von aus einem blog der szene rechts aussen. er nennt sich „winkelried“, wird aber nicht gestossen, sondern schlägt selber: ganz im sinne des negative campaignings, wie es im jüngsten wahlkampfgeplänkel so beliebt geworden ist.
    demnach bilden journalisten, untersuchungsrichter, verwaltung sowie antifa/grüne/juso das „sozialfaschistische netzwerk“, welche die linke klientel bedienen: anwälte, sozialarbeiter, therapeuten, lehrer, künstler, gewerkschafter, medienschaffende und auftragnehmer …
    damit sind wir dann schon fast wieder bei der hier besprochenen kampagne!

  6. stadtwanderer on November 5, 2007 21:32

    so, nun hat auch 20 minuten über die kampagne in bern bericht. leicht maliziös. demnach steige bern etwas verspätet in die aktion ein. henusode, nun steigt auch 20 minuten, etwas verspätet, auf meinen beitrag zur kampagne ein ..

    http://www.20min.ch/tools/suchen/story/16104890

    stadtwanderer

  7. Walter R. Kopp on November 7, 2007 22:34

    danke dem stadtwanderer für die zu-ort-nung der unordentlichen szenegänger rechts vom rechten weg.

    mein grossvater hat in den dreissiger Jahren gegen die erwähnten nazis nächtens plakate im dorf verbreitet. dafür wurde er 1939 in eine strafeinheit an die front gegen die russen gestellt. 1945 war er einer der ersten deutschen, welche aus russischer gefangenschaft nach hause entlassen wurden. er hatte einen roten \\\"k\\\" in seinem Ausweis.

    davon haben diese \\\"neo-winkelriede\\\" keine ahnung, lästern gegen diejenigen, welche ihnen die demokratischen rechte verbürgen, in freiheit projektionsgeschwängerten unsinn schreiben zu können.

    ihr blog sind ihnen wohl die \\\"gestossenen speere\\\".

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