bern, das 1848 zur bundesstadt gewählt wurde, musste für die gebäude, in denen regierung und parlament tagten selber aufkommen. die provisorien – der äussere stand für den ständerat, die damalige universität, das heutige casino, für den nationalrat, und den erlacher hof für den bundesrat – konnten deshalb nur schrittweise aufgegeben werden. zuletzt entstand das heutige bundeshaus, sitz des parlamentes; als erstes baute man in den 1850er jahren das sog. bundesratshaus, heute bundeshaus west genannt.


der berner bernhof, 2003/4 umgebaut, davor ursache der stadtsteuern im jungen bundesstaat, und, weiterhin, ursache der landessteuern in der gelalterten eidgenossenschaft (foto: stadtwanderer)

wegen diesem prunkbau des neu erwachten republikanischen stelbstbewusstseins blutete bern schwer: die burgergemeinde, reich, trennte ihr vermögen von jenem der einwohnergemeinde, die hinfort arm sein sollte. um das bundesratshaus zu realisieren, sah man sich deshalb gezwungen, steuern zu erheben, – zuerst einmalig, dann zu wiederholten male und schliesslich jährlich. dabei blieb es denn auch, nicht nur in bern!

die arg gebeutelte stadt freute es sehr, dass 1856 jean kraft-rüfenacht, der berühmte kronen-wirt in der altstadt, das grundstück neben dem dem bundesratsgebäude erwarb, um das entstehende regierungsviertel vom bahnhof bis zum bundeshaus west mit einer nobelherberge abzurunden. dem ansinnen, den viehmarkt, der bisanhin dort stattfand, zu verlegen, gab man statt, – gegen gebühr selbstverständlich, die man ebenfalls in den bau des bundesratshauses investierte.

jean kraft nahm die paar groschen für die entfernung des viemarktes mehr gelassen. für die parzelle hatte er die damals stattliche summe von 37’000 schweizer franken bezahlt. viel teurer sollte die dampfheizung zu stehen kommen, die er ins 1858 neu eröffnete hotel einbauen lassen wollte. ganz 55’000 schweizer franken legt er dafür hin, dass die 68 zimmer für 185 gäste samt den vier badezimmer regelmässig auf 18 grad geheizt werden konnten.

das sollte progamm werden: noch heute heizt man in diesem gebäude gelegentlich ein. nicht den staatsgästen von damals, nicht den politikern der ersten stunden, auch nicht den ersten diplomaten, die sich in bern einfanden.

nein! den bürgerInnen der schweiz, denn aus dem bernerhof von jean kraft-rüfenacht ist 1923 heute das eidgenössische finanzdepartement des helvetischen kassenwartes geworden.

wahrlich, das berner haus, das steuergeschichte schrieb (und schreibt)!

stadtwanderer


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