was hat man ihm nicht alles für eigenschaften angedichtet?

reich und mächstig sei er gewesen.
einen guten diplomaten, aber einen unfähigen feldherr habe er abgegeben.
strebsam und genial erscheint er wieder andern.
gleichzeitig habe er aber übermässig pracht und luxus geliebt, heisst es andernorts.


karl, herzog von burgund, 1433-1477

unkontrolliert und unbeherrscht sei sein handeln gewesen.
rücksichtslosigkeit, ja brutalität habe seinen charakter gekennzeichnet.
schliesslich habe die ungeduld ihn übermannt, und er habe bestätigung in riskanten manövern gesucht.
als jähzornig und tobsüchtig wird er beschrieben,- und depressiv und unrasiert oben drein

„doch was wissen wir von ihm?“, fragt man sich ob der gleichhzeitig schillernden wie auch faszinierenden persönlichkeit?
„eigentlich nichts!“, können wir nur antworten.

nicht einmal über seinen beinamen konnte man sich einigen:

charles the rash, karl den unbedachten, nennen ihn die engländer.
karl der stolze ist er bei den niederländern.
als charles le téméraire gilt er bei den franzosen, als karl der tollkühne.
und unsere patriotischen historiker machten am liebsten gessler II. aus ihm.

sein hofmeister aber, der immer bei ihm war, nannte ihn „le Travaillant“, den arbeitsamen herzog von burgund.

wer weiss, vielleicht hilft das berner kolloquium vom 1. bis 3. mai 2008, die persönlichkeit karls endlich zu enträtseln. ich jedenfalls bin gespannt!

stadtwanderer


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