am wochenende nahm die jugend im nationalratssaal für die jugendsession platz. und in der nacht erstrahlte das total renovierte bundeshaus so speziell wie schon lange nicht mehr. das ist die neue swissness, hallte es in mir nach.

während der nachstunden wurden in loser folge farbige bilder auf das bundeshaus projiziert. riesig waren sie, denn sie bedeckten die ganze frontseite. und farbig erschien uns das gebäude, ganz anders als der sonst gewohnte grün-braune sandstein schimmert.

da es noch ein wenig schneite, glitzerte der lichtkegel zwischen den grossen scheinwerfern und dem erleuchteten bundeshaus in allen farben und formen. gezeigt wurden symbole der schweiz: das wappen, die kantonshelgen, die drei eigenossen, die plenarsäle, das innere der bundeskuppel und vieles andere mehr.

„swissness“ kam mit spontan in den sinn, als ich das sah. kein einfacher begriff, gewiss: aber zeitgemässer als patriotismus. denn er entspricht dem heutigen denken besser: er steht für die schweiz, die wie eine marke vermittelt wird. darin haben zahlreiche stärken der schweiz wie friede, stabilität, freiheit, schutz, offenheit und mitsprache genauso platz, die für verschiedenste gruppen eine identifikation anbieten.

die 200 teilnehmerInnen der jugendsession stiess auf ihre art auf das neu renovierte bundeshaus an: sie forderten eine zeitgemässe und härtere prävention, die dem rauschtrinken unter jugendlichen rechnung trägt.

stadtwanderer


Comments

4 Comments so far

  1. Ate on November 24, 2008 17:49

    „no more milky way“ !!!

    Übrigens reklamieren die SD schon lange das Problem der Lichtverschmutzung, vor allem zum Wohl vom Tier.

  2. stadtwanderer on November 24, 2008 20:49

    ich muss wohl auf dem mars gewesen sein, dass ich mein milky way schon wieder vergessen habe …

  3. Fiona on November 25, 2008 16:58

    Das ist wirklich so. Die Schweiz als Land zerfällt ist Kulturen, die sich nicht mehr verstehen, und in Egoisten, die sich nicht mehr für andere interessieren. Genau deshalb wachsen die Schutzbedürfnisse, die niemand mehr zur Genüge deckt.

    Man glaubt auch immer weniger den politische Versprechungen. Deshalb muss die Politik sich heute so auffällig vermarkten. Stolz sind die Leute aber unverändert auf die Produkte, die von hier sind. Uhren sind doch der Inbegriff der verbliebenen Schweizer Tugenden.

    Eine riesige Omega auf dem Bundeshaus wäre das Alpha der neuen Swissness gewesen!

  4. Titus on November 26, 2008 01:21

    @ Fiona
    Ich frag‘ mal bei einer Nachbarin nach, die bei Rolex arbeitet, ob sich da was machen lässt… 😉

    Zerfall in Kulturen? Die Schweiz als Bundesstaat war schon immer ein mulitkultureller „Haufen“. Was hält die Schweiz eigentlich zusammen?

    Die Offenheit als Schweizer Tugend dürften heute wohl immer weniger bejahen. Es ist ohnehin ein sehr allgemeiner Begriff. Offenheit gegenüber dem Ausland? Offenheit gegenüber dem Rauschtrinken? Offenheit gegenüber Cannabis-Konsum? Offenheit für eine freie Marktwirtschaft?

    Aus aktuellem Anlass würde ich zudem die „Mitsprache“ auf „politische Mitsprache“ beschränken. Bestimmend ist ja immer mehr die (globalisierte) Wirtschaft und dabei hat der einzelne nicht gleichviel mitzubestimmen.

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