le seyon, der fluss im val-de-ruz, wirkt in diesen frühlingstagen friedlich. fast nicht erinnert einen an die katastrophe von 1301, als die siedlungsstadt bonneville im neuenburgischen tal abging.

arche
die arche von bonneville im neuenburgischen val-de-ruz

wer die alte kantonsstrasse von valangin nach engollon durchwandert, stösst vor einer krete auf ein merkwürdiges denkmal voller symbolik. unbeschriftet ist es heute, doch man erkennt ritter als teile des universums, die unter sich ein nichts haben.

die geschichte erinnert einen, dass es das denkmal an einem eingangsort einer untergegangenen stadt steht. ausgerechnet „bonneville“ hiess die gründung der herren von valangin, die im hochmittelalter unweitüber die enge talschlucht wachten, die von den jurahügeln hinunter an den see führt. sie legten den flecken von 200 mal 80 meter fläche im 13. jahrhundert an, um das tal zu roden und zu besiedeln.

die expansionspläne der seignieurs in halber höhe der bergzüge missfielen den grafen auf der neuenburg gründlich. sie kontrollierten die see- und landwege im 13. jahrhundert der region nach belieben, und die herren von valangin betrachteten sie als ihre eigenen untertanen.

diese wiederum machten, was man damals immer tat, wenn man sich luft verschaffen wollte. sie verbündeten sich 1295 mit dem noch mächtigeren, aber entfernteren bischof von basel, der in den jurabergen reich begütert war. sie vermachten ihm die werdende stadt, um sie von ihm als lehen zurück zu erhalten. der preis des schutzes: sollte die gründung innrt viere jahren gelingen, wollte der bischof sie ab 1299 sein eigen nennen dürfen.

doch das liessen die die neuenburger grafen nicht zu. im frühling 1296 griff rudolf iv. aus ihrem geschlecht valangin und bonneville an. beim heutigen dorf coffrane kam es zur schlacht, bei der sich die neuenburger durchsetzten. den versuch der bischöflichen truppen, den gräflichen einfluss auf das tal dennoch zu beschneiden, vereitelten die neuenburger, indem sie 1301 bonneville direkt angriffen und nun dem erdboden gleich machten.

die chroniken berichten, dass nur frauen und kinder den überfall überlebten und die kleine gemeinde engollon gründeten. der basler bischof liess in der folge die finger vom versuch, das „tal des rudolfs“, le val-du-ruz, nochmals beherrschen zu wollen. dafür gründet er 1318 unten in der ebene am ende des bielersees la neuveville, die neue stadt, das es heute noch gibt.

im val-de-ruz erinnert nur noch das denkmal, an den unheilvollen herrschaftlichen versuch, das tal dem menschen zu erschliessen. die ritter in der kuppel des mahnmals haben bis heute nur gras unter sich.

stadtwanderer


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