sein name ist andreas lehikoinen. der waldunternehmer hat finnische wurzeln. nach dem lothar-sturm kam er in die schweiz, um bei den aufräumarbeiten zu helfen. dabei lernte er die glarnerin elfriede kennen, mit der er seither in värmland lebt.

holz
arbeitsplatz von andreas lehikoinen, dem wir am tiomilaskogen-festival begegnet sind (foto:stadtwanderer)

am tiomilaskogen, dem grossen waldfest im grenzgebiet zwischen värmland und dalarna, präsentierte andreas mit einem kollegen seine maschinen, um aus birken scheite zu machen. alles nur mit knopfdruck.

der reisige bagger fährt die gestelle heran, ein rollband breitet die baumstämme vor, eine hacke zerlegt diese in der gewünschten grosse, und eine messer wie ein grosser vierkantschraubenzieher zerlegt diese in holzstücke, die über das förderband ins gestell gekippt werden. hier werden sie gleich in grosse oder kleine säcke verpackt und der kundschaft gereicht.

andreas, der unser interesse bemerkt hat, will wissen, von wir seien.
„tyskland“, für deutschland, ist wohl die standarderwartung.
doch als wir sagen, wir seien aus der schweiz, hellte der stämmige waldarbeiter, der problemlos in jeder eishockeymannschaft spielen könnte, auf.
„sprecht ihr deutsch?“, fragt er nach.
„klar“, geben wir zur antwort.
„meine frau ist aus der schweiz!“, klärt andreas uns seine freude auf.
„heisst sie elfriede?“, fragen wir nach.
„ja“, antwortet der waldmann erstaunt und zeigt auf das haus, das er mit ihr bewohnt.

elfriede haben wir von einigen jahren am tiomilaskogen-festival kennen gelernt. sie hat uns ein wenig aus ihrer lebensgeschichte erzählt, die sie von schänis im glarnerischen nach uvana in värmland gebracht hat. seit 2002 lebt sie hier.

wir wiederum sind froh, nun auch ihren mann kennen gelernt zu haben. des schlechten wetters wegen werden wir dieses jahr nämlich kaum holzen können. weil unsere reserven vor und unter dem haus aber angesichts der kälte schnell zurückgehen, sind wir auf neues brennholz angwiesen. so wir bestellen gleich zwei grosse säcke, und zwei sack spänne dazu.

wofür wir die brauchen, will andreas wissen? – für die toilette, geben wir zu antwort, denn das ersetzt uns die wasserspülung im plumpsklo. der waldmann lacht.

wir möchten noch wissen, ob er uns die ware auch liefert. „kein problem“, bekommen wir zurück. „wohin geht es denn?“, will andreas noch wissen.
als wir erzählen, dass wir in holzhausen wohnen, strahlt andreas gleich noch einmal. das sei das wohnheim seines grossvaters gewesen: eine ursprüngliche finnensiedlung im wald, die dann wieder in finnisch hände kam. genauso wie er in schweden lebe.

genau so ist das tiomilaskogen-festival. man geht hin, bekommt etwas kaffee oder eine wurst, erfährt etwas aus dem alltag der menschen und staunt, wie klein die welt selbst im entlegensten winkel wie holzhausen ist.

stadtwanderer


Comments

3 Comments so far

  1. Titus on Juli 26, 2009 19:07

    Pardon, lieber Stadtwanderer, aber modelliere die Schweiz in Deiner Abwesenheit nicht um! 🙂

    Schänis liegt im Kt. SG, jedoch an der Grenze zum Kt. GL. Und da werden die Matratzen produziert füür ä tüüfä, gsundä Schlaaf (die beiden Zwillinge aus dieser Werbung stammen hingegen aus dem Kt. GL).

  2. walko on Juli 28, 2009 18:00

    Wenn weiträumig lebende Menschen sich an vertrauten Orten begegnen, wo allgemeines zum privaten wird, ergibt sich per „Zufall“ die Gelegenheit, aus Kontakten freundschaftliche Begegnungen wachsen zu lassen.
    Chancen, welche das Leben bereit hält, sich und die anderen besser verstehen zu lernen und dem Charakter der „zufälligen“ Begegnungen weiten Raum zu geben …

  3. stadtwanderer on Juli 28, 2009 19:17

    uiiii, titus, wie konnte ich nur …
    doch, weisst du, von holzhausen aus gesehen sind rom, kiev und istanbul etwa gleich nah, und da kann schon sein, dass die grenzen zwischen st. gallen und glarus durcheinanderer gerät.

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