52. bin ich geworden – nicht am heutigen lauberhorn-rennen, sondern im ranking der berner-zeitung zu den 100 wichtigsten bernerInnen.

die reaktionen am freitag waren erheblich: meine pensionierte sekretärin meldete sich des morgens als ein von viele per email, auf der strasse fragte man mich, ob man mich noch duzen dürfe, und im restaurant ging die wirtin tief gebeugt über der bernerzeitung die liste der 100 wichtigsten bernerInnen mir durch und machte ihre kommentare.

die ehrung, (in bern) wichtig zu sein, ist ja gut fürs eigene ego. gegen die lebenden berner bundesrätInnen habe ich aber keine chance gehabt. allerdings rangiere ich knapp vor den berner amtierenden berner ständeräten, in der berner deputation des nationalrats wäre ich im vergangenen jahr die nummer drei gewesen, dasselbe im stadtberner gemeinderat, und in der berner regierung hätte es zu platz vier gereicht.

ich weiss aus eigener erfahrung zu gut, dass all dies von der auswahl, der jury, ja von den bewertungskriterien abhängt. die diesbezügliche recherche führte mich zu einem (übersehenen) online-artikel von chefredaktor michael hug, der am 3.dezember 2012 erklärte, auf was es ankommen sol:

„1. Die Person muss entweder einen wesentlichen Teil ihres Lebens im Kanton Bern verbracht haben oder hauptsächlich im Kanton Bern wirken: So dass sie als «Bernerin» oder «Berner» bezeichnet werden kann.

2. Ein Kriterium ist die sportliche, künstlerische, wirtschaftliche, wissenschaftliche, gesellschaftliche oder politische Leistung der betreffenden Personen mit besonderer Berücksichtigung des abgelaufenen Jahres 2012.

3. Ein Kriterium ist der Einfluss der Person: Kann sie durch ihr Wirken etwas bewegen, beeinflusst sie viele andere Menschen oder verfügt sie über Macht und Kompetenzen?

4. Ein Kriterium ist die Einzigartigkeit der Person: Gibt es etwas, das sie abhebt und einzigartig macht?“

gut, punkt 1 erfülle ich zwischenzeitlich, denn seit dem sommer 1980 lebe ich ununterbrochen in der stadt bern resp. ihrer umgebung. etabliert habe ich mich gemäss kurzlaudatio in der bz in bundesbern als orakel für das, was bei abstimmungen jeweils kommt. das hat mir womöglich einen punkt für einzigartigkeit gegeben, denn viele herausforderer habe ich da nicht. einfluss nehme ich auf das öffentliche leben, so kann ich nur spekulieren, mit dem „stadtwanderer“, meinem blog, das schwergewichtig über die aarestadt, den kanton bern und die schweiz berichtet – und zwar über vergangenheit, gegenwart und zukunft.

doch, was habe ich 2012 geleistet? sicher, meiner firma geht es gut, sie schafft arbeitsplätze und bezahlt steuern im wachsenden masse. nur, wer weiss das schon? ein thema war das ja nie. meine berufliche belastung lag im vergangenen jahr aus verschiedenen gründen über dem, was bisher üblich war. deshalb habe ich 2012 auch weniger gebloggt als in früheren jahren. mein buch, das ich über die bundesratswahlen in der schweiz schreiben könnte, musste ich gar ganz für kommende jahre aufschieben. da gibt es also kaum gründe für die nomination und auszeichnung.

vielleicht hat es wegen dem hervorragenden buch „wie viel bern braucht die schweiz?„, das stefan von bergen und jürg steiner verfasst haben, click gemacht. denn ich habe das werden der idee als stadtwanderer seit längerem begleitet, gemäss den beiden bz-redaktoren unermüdlich inspiriert, und ich habe mitgeholfen, das werk zu lancieren. darauf bin ich sogar ein wenig stolz. denn der band wurde vielerorts vorteilhaft rezensiert, geht bereits in die dritte auflage, und hat im politischen bern wirkung gezeigt – für ein buch aus und über bern alles andere als normal. doch ist das ausschliesslich das verdienst der beiden autoren. aus meiner idee, aus ihnen das leitungsteam für eine denkfabrik zu berns zukunft im bundesstaat zu machen, ist, wenigstens vorerst, nichts geworden!

immerhin, an der retraite 2012 des berner regierungsrates war ich als referent geladen, und habe ich die idee, das bern nicht in vewaltungsreorganisationen untergehen darf, sondern an neuer ausstrahlung gewinnen muss, platzieren können. freuen würde es mich, denn das gehört zu meinen zielen: etwas in gang zu setzen, das vielleicht nicht innert 12 monaten brilliert, sich dafür aber auf die kommende entwicklung von stadt und kanton bern im rahmen der schweiz und europa auswirken wird.

das ist mir sogar wichtiger als der rang im bz-rating.

stadtwanderer


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