morgen erscheint in der bz ein interview mit dem stadtwanderer zum stand der metropol-diskussion im grossraum bern. für meine blogleserInnen schon mal 10 kernaussagen:

12
der stadtwanderer und sein blick auf metrobern

1.
„Ich habe meinen Blick auf heutige Probleme, Potenziale und Perspektiven des Stadtraums Bern nicht im Büro ersonnen, sondern erwandert.“

2.
„Die Städte sind die Stiefkinder der Schweizer Politik. Deshalb wurde unser Land auf dem falschen Bein erwischt, als man in Europa vor ungefähr 15 Jahren begann, über städtische Grossräume als zentrale Schaltstellen des globalisierten Standortwettbewerbs zu diskutieren.

3.
„Erst als das Bundesamt für Raumentwicklung vor einem Jahr den Entwurf für ein Raumkonzept Schweiz präsentierte und Bern nur als Hauptstadtregion einstufte, erwachte man hier, weil man in Bern einen Rückgang der Bundessubventionen für Infrastrukturbauten befürchtete.“

4.
„Berns Stärke als Polit-Zentrum hat nationale Reichweite. Darauf muss man setzen und Berns Rolle national ausrichten – als Schaltstelle-Zentrale der drei schweizerischen Metropolitanräume Zürich, Basel und Genf/Lausanne.“

5.
„Eine Stadt ist in erster Linie eine kulturelle Leistung, ein Ort, an dem wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen vorangetrieben werden. Wenn die bernische Wirtschaft, die bernische Gesellschaft, die bernischen Intellektuellen es nicht für wichtig halten, Bern an die metropolitane Schweiz zu koppeln, dann braucht es das auch nicht.“

6.
„Es gibt in Bern ja schon das Haus der Kantone, wo das Lobbying für
kantonale Interessen beim Bund orchestriert wird. Ich sage: In Bern muss auch bald das Haus der Metropolen entstehen, das den metropolitanen Spirit, den Glauben an die Kraft der Stadt fördert.“

7.
„Der Kanton müsste auf die Universität einwirken, dass sie ein Institut für Städtepolitik aufbaut, das die Entwicklung der Metro-Regionen der Schweiz wissenschaftlich befeuert. Die Geografen haben das realisiert, die Verwaltungswissenschafter folgen ihnen, jetzt müssen auch die Politologen, Soziologen und Historiker die Herausforderung annehmen.“

8.
„Berns Hauptschlagader ist der Bahnhof, an den der ganze
Grossraum verkehrstechnisch gebunden ist, über den Städtekranz im Mittelland bis zu den Städten im Oberwallis. Daran muss der Bund interessiert sein.“

9.
„Die drei schweizerischen Metropolitanräume sind nach aussen orientiert und wenden sich unterschiedlichen Kulturräumen zu. Der Grossraum Bern als ihre Plattform in der Mitte des Landes kann für sie nur zum Magnet werden, wenn er auch wieder lernt, kulturell zu vermitteln.“

10.

„Ich plädiere für die Lancierung eines jährlich stattfindenden, expo-ähnlichen, aber kleineren Begegnungsfests, das alternierend in einer der Städte in Bern Städtekranz veranstaltet wird.“

ich freue mich darauf, mir die metro-region bern der zukunft als stadtwanderer zu erschliessen.

stadtwanderer


Comments

4 Comments so far

  1. rittiner & gomez on Mai 30, 2009 11:12

    ist nicht die ganze schweiz eine stadt, die sich vom boden- bis zum genfersee erstreckt?

  2. Röstigraber on Mai 30, 2009 13:38

    Für mich ist das die konzeptionelle (Wieder)entdeckung des „Urbanen“ als Arbeits-, Lebens–, Kultur und Freizeitraum mit einer langen Geschichte, klaren räumlichen Bezügen, d.h. eigenständig idendifizierbaren Städten und sie verbindende Naturräume (Nahherholungsgebiete, etc). Als Gegenstück zur unscharfen, diffusen Ortlosigkeit des „Mittellandes“, oder einer „Stadt der Regionen“ wie z.B Glattal-Stadt, welche nun – z.B. dank der Glattalbahn und anderen Massnahmen zur „Glokalisierung“, d.h. der Verbindung von globalen und lokalen Prozessen – langsam ein „Gesicht“ bekommen soll.

  3. Müller Reto on Mai 30, 2009 18:15

    Ich hab’s gelesen. Also noch nicht ganz. Deshalb sage ich noch nichts dazu. Lustig fand ich aber noch die Aussage in der BZ:

    Einer der hellsichtigsten Berner, Claude Longchamp, … o.ä.

    hellsichtig… 😉 dünkt mich noch speziell.

    würde man das fast wortwörtlich ins Englische übersetzen, dann….

  4. Titus on Juni 17, 2009 13:35

    Im heutigen «Bund», Seite 2, leider nicht online verfügbar (oder nicht gefunden), äussert sich Franz Blankart über das «internationale Bern».

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