am mittwoch war ich an der feier von pascale bruderer, der neuen nationalratspräsidentin. erstmals bin ich an diesem tag gleich drei höchsten schweizerInnen begegnet – und an eine kaiserin erinnert worden.

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pascale bruderer, im monent ihrer wahl zur höchsten schweizerin für das kommende jahr

„brückenschlag zwischen den generationen“, ist das motto der die 32jährigen pascale bruderer wyss während ihrem präsidialjahr im nationalrat. sie will daran erinnern, das heute faktisch vier generationen miteinander leben, dass sie untereinander abhängig sind und voneinander lernen können.

symbolisch fand das im letzten jahr zwischen der abtrendenden nationalratspräsidentin, der 63jährigen ciara simonesci-cortesi, und pascale bruderer statt. man habe gut kooperiert und spiegelbild füreinander gewesen, meinte die scheidende politikerin der cvp. am meisten freute die tessinerin aber, dass 2009 erstmal eine frau einer frau das höchste amt in der schweiz übergeben könne. „nehmen sie platz, madame“, zitierte sie den bericht von 1991, die die frage nach der besseren vertretung von frauen in politischen gremien zum öffentichen thema gemacht hatte.

herausgeberin des berichtes, an dem ich als junger politikwissenschafter gemeinsam mit regula stämpfli mitgearbeitet hatte, war judith stamm, damals präsidentin der eidgenössischen kommission für frauenfragen und nationalratspräsidentin von 1997. ausgerechnet neben ihr sass ich, als ich nach der feier mit dem zug vom aargau ins luzernische reiste. schnell entwickelte sich eingespräch zwischen uns beiden. die 75jährige, lebensfroh bis auf den heutigen tag, erzählte mir von ihrer begeisterung für roboter und ihrem aktuellen lebensthema, ob sie oder die freiwilligenarbeit unseren alltag in zukunft prägen werden.

die cvp-politiker, einstmals jugendanwältin im kanton luzern, outete sich auch als „stadtwanderer“-leserin. gemeinsam ist uns beiden nämlich unsere beigeisterung für adelheid, die kaiserin aus dem 10. jahrhundert, die aus dem gebiet der heutigen schweiz stammte und 37jähre an der spitze des kaiserreiches stand. und so erweiterten sich meine gespräche an diesem tag von der jetztzeit bis tief ins mittelalter, angerecht von drei gestandenen demokratinnnen aus meiner zeit und einer heiligen aus unseren vergangenen tagen …

stadtwanderer


Comments

1 Comment so far

  1. Röstigraber on November 29, 2009 08:08

    Es freut mich natürlich sehr, über den Stadtwanderer eine neue Verehrerin von Adelheid, der bekannten „Bümplizerin“ kennen zu lernen.
    In diesem Zusammenhang möchte ich allerdings auch noch eine Lanze brechen, für eine bekannte „Könizerin“ und indirekt auch Bernerin, nämlich die Mutter von Adelheid, die gute Bertha. Sie war die Tochter des Herzogs Burchard II von Schwaben. Nachdem die expansiven Herrscher von Hochburgund ihre Ostgrenze auf Kosten Schwaben der Aare die Reuss verlegten, dann aber 919 in der Schlacht bei Winterthur eine Niederlage erlitten hatten, wurde Berta 922, als Versöhnungsgeste, mit König Rudolf II. von Hochburgund vermählt. Die gemeinsame Tochter war unsere Adelheid.
    Rudolf und Berta wurden grosse Kirchenstifter in der Westschweiz. Sie stifteten auch die Kirche Peter und Paul in Köniz. Die entsprechende Pfarrei umfasste nicht nur das heutige Gemeindegebiet von Köniz, sondern auch die rund 5 km entfernte Gegend der späteren Stadt Bern. 1191 wurde Köniz somit Pfarrkirche der neu gegründeten Stadt, bis diese 1276 zu einer eigenen Pfarrei erhoben wurde.
    Man sieht also, die Frauen prägten schon vor über Tausend Jahren die Geschicke Bern, von Bümpliz über Köniz bis mitten ins Zentrum! Und zwar sehr zum Wohle Bern und Europas!!

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