gar nicht biodivers

April 21, 2009 | 1 Comment

der entscheidende beleg kommt spät, aber umso unerbitterlicher: die spanische linie der habsburger ist wegen inzucht ausgestorben, wie genforschungeb zwischenzeitlich belegen. missachtung von biodiversität kann also tödlich sein, sagt das bundesamt für stadtwanderer …

juan_de_miranda_carreno_002könig karl II., der letzte der spanischen habsburger dynastie, starb an schwerer inzucht.

karl II. war spanischer könig aus dem hause habsburg, als er 1700 39jährig kinderlos verstarb. schon zu lebzeiten galt er als sonderling, was ihm den beinamen „der verhexte“ eintragen hatte. denn schon den zeitgenossen waren nämlich seine körperlichen gebrechen aufgefallen: ein übergrosser kopf in der kindheit, keine selbständigen schritte bis ins alter von 8 jahren und eine unterlippe, die weit nach unten hing, prägten seine erscheinung. mehr noch: der könig aus der berühmtesten europäischen herrscherfamilie wurde als willenloser mensch beschrieben.

jetzt weiss man, dass keine hexe in ihn gefahren war, sondern karl das opfer einer generationenlangen inzucht der spanischen habsburger war. das jedenfalls ist nach ansicht des genetikers gonzalo alvarez der universität von santiago de compostella der fall.

philipp der schöne, der enkel von karl dem kühnen und sohn von maria von burgund, könig von kastilien und, gemeinsam mit johanna von kastilien, begründer der spanischen habsburgerdynastie hatte noch ganz normale koeffizienten für inzucht. knapp ein dutzend generationen später war bei karl II. jedoch alles ganz anders. sein inzuchtkoeffizient ist so hoch wie bei nachkommen aus beziehungen zwischen eltern und leiblichen kindern oder mit geschwistern.

schrecklich, diese geschichte aus der forschungswelt, die vermutungen, die schon lange geäussert wurden, nun gentechnisch untersucht bestätigen. und das ausgerechnet während meinen reisevorbereitungen ins (süd)tirol, unter anderem ans grab von kaiser maximilian I.,, dem mann von maria von burgund, die als mutter von philipp dem schönen noch ganz unschuldig am anfang einer desaströsen geschichte wider den sinn der biodiversität, der vielfalt der lebewesen, steht.

stadtwanderer


Comments

1 Comment so far

  1. rittiner & gomez on April 21, 2009 16:31

    also möglichst viele verschiedene kontakte pflegen.

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