“spalten, was uns spaltet”

das bild ist im bundesbern gewöhnungsbedürftig. denn es kommt einem wie die geburt einer neuen bankenpolitischen konkordanz bisheriger kontrahenten vor. was steckt dahinter?

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ein unübliches sextett: blocher, hayek und levrat, sowie nicht auf dem bild brunner, leutenegger und schiltknecht profilieren sich als die neuen meinungs- macherInnen in der bankenpolitik (foto: soz)

denn christian levrat und toni brunner geraten sich medial schon mal heftig in die haare, wenn es um bundesratswahlen geht. und zwischen den linken nationalrätin susanne leutenegger resp. dem rechten alt-bundesrat christoph blocher gibt es wirtschaftspolitisch einen graben, der tiefer ist als jeder andere in der schweiz. schliesslich sind auch nicolas hayek, der erfolgreiche tausendsassa der präzisionswarenwelt, und kurt schiltknecht, der professorale wirbelwind der illusionsgeldwelt, ein ziemlich ungleiches paar.

und doch sind sie letzte in bern gemeinsam vor die medien getreten, um die grossbanken, welche die nation seit (bald) einem jahr spalten, ihrerseits (möglichst bald) zu spalten.

“klumpenrisiko” ist das zauberwort der unheiligen politökonomischen allianz. deshalb sollen die beiden grossbanken der schweiz verkleinert werden. nie mehr will man das böse wort hören, ubs und cs seien zu gross, um hops zu gehen. ziel ist es deshalb, die form von banken zu finden, die man notfalls fallen lassen kann, ohne dass die volkswirtschaft gleich still steht.

die respektable drohkullisse vom freitag ist nicht ohne. denn im nationalrat zeichnete sich bereits einmal eine ähnliche konstellation ab, als svp und sp das hilflose zentrum ausbremsten. zwar wollte der bürgerlich dominierte ständerat nichts davon wissen davon. doch in der finanzmarktaufsicht will das nicht akzeptieren. sie schlägt regulierungen vor, mit denen sich die gruppe durchaus anfreunden kann, bei den grossbanken aber auf ablehnung stossen.

“kein schweizer sonderfall!”, lautet die devise aus der defensive, was die protagonmisten für einen neue bankenpolitik aber kalt lässt. “trennbankensystem” schmettern die angreifer zurück, weil sie wissen, damit im trend zu liegen.

denn wenn die internationale finanzarchitektur sinnvoll umgebaut werden sollte, müsste die schweiz darin platz finden, liess das sextett das staunende publikum wissen. und wenn das nicht der fall sein sollte, stehen die meinungsmacherInnen in politik, wirtschaft und wissenschaft schon mal bereit, für eine schweizerische lösung zu sorgen.

es kann also durchaus sein, dass man sich an das bild der neuen wirtschaftkonkordanz bisheriger kontrahenten gewöhnen wird.

stadtwanderer

cal

ich bin der berner stadtwanderer. ich lebe in hinterkappelen und arbeite in bern. ich bin der felsenfesten überzeugung, dass bern burgundische wurzeln hat, genauso wie ich. also bin ich immer wieder auf der suche nach verästelungen, in denen sich die vergangene kultur in meiner umgebung versteckt hält.

3 Gedanken zu „“spalten, was uns spaltet”“

  1. Ich habe das am Rande mitbekommen und frage mich
    a) Wer hatte die Initiative dazu ergriffen?
    b) Wäre diese Allianz auch ohne Beteiligung nicht politischer Kräfte möglich gewesen?

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