schnell hat er reagiert, der berner regierungsrat. denn am mittwoch erst habe ich zu „metrobern“ aufgerufen. und gestern schon veröffentlichte die berner regierung ihren bericht zu bern als metropolitanregion. den stadtwanderer freut’s.

berner kantonsregierung geht in sachen metropolitanregion bern in die offensive

bern gehört zu den vier wichtigsten stadtregionen der schweiz. das ist ausser zweifel. die frage ist aber, ob bern wie zürich, genf und basel das potenzial für eine metropolitanregion hat oder nicht. „nein“, sagte dieses jahr das bundesamt für raumplanung. „ja“, kontert jetzt der regierungsrat.

klar ist, dass bern beim luftverkehr nicht mit den anderen regionen mithalten kann. dafür ist der berner bahnhof der zweitgrösste verkehrsknotenpunkte des landes. denn bern ist der wichtigste standort im westlichen mittelland bezüglich bevölkerung und arbeitsplätze. medizinaltechnik, telematik und mikromechanik haben in der schweiz ihr zentrum in der region bern.

selbstredend hat bern einen standortvorteil: der hauptsitz der politik, die wieder mehr gefragt ist als auch schon, ist in der aarestadt. regierung, parlament, wesentlichen teile der verwaltung sind in bern. sie ziehen die diplomatie aus dem ausland und die interessenverbände aus dem inland hierher. und die politische beratung! schliesslich ist auch das universitätsspital in verschiedenen bereich weltweit spitze.

das alles sind gute gründe, dass der berner regierungsrat christoph neuhaus seinen im spätsommer 08 vorgestellten bericht zum metropolitanraum bern gestern in der verbindlichen fassung in die anstehende debatte warf. er weiss die berner kantonsregierung und das kantonsparlament hinter sich. anders als das raumplanungsamt sehen diese im verbund mit biel, thun, freiburg, solothurn und neuenburg ein genügendes potenzial für urbanität, das wirtschaftlich, politisch und von der lebensqualität her auf die gleiche stufe wie basel gestellt werden soll. das politische lobbying soll ab heute beginnen!

gut so, sage ich dazu. denn das passt gut zu meinem aufruf von diesem mittwoch. jetzt gilt es, der erwachten politik support zu leisten. denn eines ist klar: nach eu-gesichtspunkten erfüllen nur die grossräumen zürich und genf die kriterien einer metropolregion. dass die raumplaner basel hinzuzählten, bern aber nicht, ist ein schwer nachvollziehbarer entscheid, der diskutiert gehört.

zu spät ist es dafür nicht, sagt der

stadtwanderer


Comments

13 Comments so far

  1. Stubentiger on Dezember 6, 2008 15:23

    Naja, lieber Stadtwanderer, ich gönne Dir von Herzen, wenn Du etwas auslösen konntest. Aber warum wird die Berner Kantonsregierung alleine aktiv – fehlen da nicht ein paar andere Kantone: FR, NE, SO, VS…?

    DAS ist doch der springende Punkt: MetroBern geht weit über BE hinaus – oder wird nie fliegen!

  2. stadtwanderer on Dezember 6, 2008 15:25

    damit sind wir ja bei espace mittelland, was des röschtigrabers spezialität ist.
    so viel ich weiss: eine muss die initiative erbringen, damit die andern mitziehen können.
    besser so als gar nichts!

  3. Stubentiger on Dezember 6, 2008 15:29

    Aber Stadtwanderer: Müsste man die Initiative nicht erst intern eingeben, damit man von Beginn weg geeint auftritt? Weil: Der Name „MetroBern“ gibt ja offenbar Probleme (siehe unter http://www.stadtwanderer.net/?p=4077#comment-204987 – da sollte Bern vielleicht nicht öffentlich vorpreschen…

  4. Titus on Dezember 6, 2008 15:42

    Danke, Stubentiger, offensichtlich sind meine Bedenken doch verstanden worden.

    Ich hab‘ den fraglichen Bericht (noch) nicht gelesen, schliesse mich aber dem Metrotiger, pardon, dem Stubentiger 😉 an, dass es nun spannend wäre zu erfahren, was denn die Kantonsregierungen von SO/FR/NE dazu sagen. Steht dazu etwas in den Medien (oder sind diese zu sehr mit den BR-Wahlen beschäftigt)?

  5. stadtwanderer on Dezember 6, 2008 15:53

    der röschtigraber ist ein guter netzwerker. er arbeitet schon das ganze jahr daran. ich bin sicher, er lässt nicht locker, und grabt schon am montag seine beliebten kanäle über die kantonsgrenzen hinaus.
    werde sicherlich berichten, wie damals, als das thema überhaupt aufgenommen wurde: http://www.stadtwanderer.net/?p=2532

  6. Stubentiger on Dezember 6, 2008 17:23

    Lieber Titus, Deine Bedenken sind gehört, abernicht (ein)verstanden worden. MetroBern muss unbedingt MetroBern heissen, aber von Beginn weg von allen beteiligten Kantonen mitgetragen werden. Wenn sich Winterthur stolz zu MetroZüri zugehörigfühlen kann, sollten Biel, Freiburg, Solothurn oder Visp sich genauso stolz zu Metrobern zählen wollen. Aber das braucht – pardon, Stadtwanderer! – noch etwas mehr als ein paar Blog-Beiträge.

  7. Röstigraber on Dezember 6, 2008 18:50

    der tenor, der grossraum bern muss mehr sein als eine idee der bernischen kantonsregierung oder der kantonsverwaltung, ist berechtigt. wenn wirklich etwas entsehen soll, das den grossraum bern weiter bringt, dann müssen, wie z.b. wie bei metrobasel, die nachbarkantone, die städte, die wirtschaft, die wissenschaft und letztlich die zivilgesellschaft gleichbereichtigt eingebunden sein. dies muss das ziel der initiative metrobern sein. in diese richtung muss nun ganz intensiv gearbeitet werden. ein bericht allein macht den grossraum bern jedenfalls noch nicht zur breit abgestützten und zukunftsfähigen metropolitanregion.

  8. Titus on Dezember 6, 2008 22:46

    Röstigabelnder Röstigraber 🙂
    „Gleichberechtigt eingebunden“ ist ein enorm wichtiger Punkt, widerspiegelt er doch auch den hierzulande bedeutenden Minderheitenschutz.

  9. mischa on Dezember 8, 2008 07:58

    mir kommt es einwenig kindisch vor. zuerst hat man geweint als klar wurde, dass es kein metrobern gibt. dann hat man getrötzelt. nun hat man es mit einem gegenbericht „bewiesen“, dass bern doch metro ist!? alles auf papier. wo sind die taten, wo sind die pläne. disskutiert eigentlich ännet der kantonsgrenze mit?

  10. Stubentiger on Dezember 8, 2008 09:16

    @ Mischa:
    „disskutiert eigentlich ännet der kantonsgrenze mit?“

    Jaja, wenngleich mit nur einem „s“…

    siehe Stubentigers Kommentar unter
    http://www.stadtwanderer.net/?p=4077
    vom 6. Dezember, 15:14

  11. mischa on Dezember 8, 2008 12:54

    @ stubentiger

    autokorrektur wäre prima 🙂

    nun gut, Du diskutierst mit. eigentlich meinte ich aber andere kantonale regierungen. warum will die berner regierung, stadt wie kanton, immer alles im alleingang angehen. im sommer war’s, glaube ich, als wir uns in diesem blog über das haus der kantone unterhielten. hat irgendjemand seit dieser zeit wieder einmal etwas gehört, was seinen ursprung in diesem haus fand?

    p.s. sheba schreibt man mit einem e, gelle 😉

  12. Ate on Dezember 8, 2008 15:39

    Jeder der Fehler findet, möge sie doch bitte behalten oder sie gegebenenfalls beim Fundbüro abliefern.

    Wo bitteschön kann ich nachlesen „nach welchen Kriterien“ Zürich, Genf und Basel ausgewählt wurden. Bern hingegen aber nicht?
    Zwar, wenn ich an die Krümmung der Gurke oder den Durchmesser der Pizza denke, will ich es gar nicht wissen, aber interessieren würde es mich schon.

    Einmischen will ich mich eh nicht, da ich Bern nicht kenne und mir Bidu sowieso wieder an den Grind werfen würde, dass ich mich als Zürcher Fötzel nicht einzumischen hätte.

    Vielleicht tue ich es aber doch, wenn ich mich schlau gemacht habe. In einem Punkt muss ich aber Titus jetzt schon recht geben: MetroBern scheint mir das falsche Logo zu sein.

    Und bevor ich mich nun über Winterthur und MetroZüri auslasse, würde ich doch gerne zuerst übers Thema nachlesen.

  13. Rolf Hefti on Juni 1, 2014 13:30

    Wahnsinn was alles neu gebaut wurde, wenigstens hier im Raum Züri. Bern erscheint dagegen als niedlich, wie die Deutschen Chefs in den oberen Etagen sagen, würden. International gesehen passiert zwar auch in Züri nichts wirklich intressantes ausser im öffentlichen Verkehr. Leider wurde hier von der SP 1973 die U-Bahn verhindert. Immerhin in zwei Wochen wird die neue Durchmesserlinie eröffnet. Bald strömen jeden Tag 500’000 Menschen durch den HB. In Centralbahnhof von New York sind es nicht mehr gewaltig viel mehr. Fortschritt wäre also auch in Schweiz denkbar und möglich.

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