der konter zur attacke von volkswirtschaftsdirektor andreas rickenbacher auf die bernischen wirtschaftsverbände liess nicht lange waren. adrian haas, direktor der handels- und industrievereins wirft der rotgrünen mehrheit regierungsrat in der heutigen berner zeitung schönfärberei vor.

1nestbeschmutzer nannte regierungsrat rickenbacher (sp) gestern seine kritiker. sie würden den kanton schlecht reden, und das auf ungeischerter basis. adrian haas (fdp), der verfasser der kritisierten broschüre meint in der heutigen bz dazu: „Wenn man die Leute, die schonungslos aufzeigen, wo die Probleme liegen, als Nestbeschmutzer bezeichnen will, kann man das.“

eine ursache des zwists zwischen regierung und verbänden basiert auf unterschiedlichen quellen. die regierung liess die einkommensbelastung durch steuern durch die bak basel abklären. dabei wurden mittelwerte berechnet. der hiv berücksichtigt dagegen die belastung einer speziellen familie mit zwei kindern und 150’000 chf einkommen. im ersten fall ist der kanton im mittelfeld, ohne dass man wirkliche trends kennt. im zweiten fall figuiert er im schlussdrittel, tendenz sinkend.

einig ist man in beiden expertisen, dass die verkehrserschliessung der kantons in den letzten jahren gelitten hat, was die standortattraktivität mindert. gross sind dagegen die differenzen in der sichtweise auf die steuerpolitik. die regierung verweist auf fortschritte, die bürgerlichen exponenten auf verhinderte vorhaben. beim interkantonalen finanzausgleich stelle die regierung auf die pro-kopf-zahlungen, während die verbände auf die gesamtsumme insistieren.

adrian haas weiss, der eine bürgerliche regierung nicht alles anders machen würde, doch glaubt er an eine bessere stimmung, wenn es eine andere mehrheit in der regierung gäbe. o-ton in der bz: „Ich sage nicht, dass mit einer bürgerlichen Regierung alles realisiert werden könnte. Aber ich wehre mich, wenn man sagt, im Kanton Bern sei alles wunderbar und die Standortbedingungen seien besser geworden. Das stimmt einfach nicht.“

stadtwanderer


Comments

3 Comments so far

  1. Fipu on März 2, 2010 16:09

    Typisch für die Kleinkariertheit im Kanton Bern. Jeder missgönnt dem anderen kleinen Erfolg, argumentiert mit anderen Statistiken, und verliert dabei das Ganze aus den Augen. Gemeinsam ohne Parteipolitik wäre viel besser.

  2. rittiner & gomez on März 3, 2010 13:14

    „schonungslose schönfärberei“? mit schlagworten arbeiten vor wahlen ist auch nichts neues.

  3. Titus on März 6, 2010 03:26

    Ich finde die Diskussion ziemlich müssig und widersprüchlich.

    All jene, die tiefere Steuern fordern, tun immer so, als ob das so ein unnützes Ding wäre, das man am Fuss mit sich schleppt und einfach nicht mehr los wird.

    Dass damit auch jene Infrastruktur finanziert wird, welche von der Wirtschaft gefordert und heute als selbstverständlich wahrgenommen wird, geht häufig unter.

    Zu dieser Infrastruktur gehört übrigens auch die Verkehrsinfrastruktur. Der Bahnhof Bern ist der zweitgrösste Bahnhof der Schweiz – nach Zürich und vor Lausanne, Genf und Basel. So schlecht kann es damit also nicht stehen… oder vielleicht doch und zwar beim Flugverkehr?

    Dahinter steckt wohl auch die Frage nach der Ausrichtung Berns «nur» als Hauptstadtregion oder als Wirtschaftsmetropole mit internationaler Ausstrahlung.

    Als Hauptstadtregion wären wohl einige direkte Anbindungen an die europäischen Polit-Zentren notwendig (Brüssel, Berlin, Paris, Genf, …).

    Als internationale Wirtschaftsmetropole erscheint mir Bern-Belp schlichtweg zu klein. Da jedoch die Subventionen an die Landwirtschaft immer weniger werden, in Kürze auch jene für Schweizer Kartoffeln, könnte man ja auf dem bald brach liegenden Kulturland im Seeland eine riesige, neue Landepiste bauen.

    Damit für deren Finanzierung nicht die Steuern angehoben werden müssten, könnte man die Landepiste quadratmeterweise als Werbefläche anbieten: «Dieser Quadratmeter wurde von der Schweizerischen Mobiliar gesponsert»… 😉

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