nun wissen wir es: gemäss duden sind blogs sächlich. es heisst das blog. doch wären blogs keine blogs, wenn sie nicht auch männlich wären. der blog ist auch erlaubt. schliesslich sind blogs auch weiblich. die meist besuchte bloggerin in die chinesische schauspielerin xu jinglei. und so stellt sich die frage: wenn schon das geschlecht eines blogs uneinheitlich ist, wie könnte dann die definition allgemein verbindlich ausfallen?

blogging_156502b.jpg

gibt xu jinglei, chinesische schauspielerin und weltweit erfolgreichste bloggerin, die antwort? 

genau deshalb frage ich meine blog-gemeinde: was nun ist ein blog? bitte helft mit zu bestimmen, was ein blog ist! hier schon mal einige anstösse:

ein blog ist …

… ein webjournal, wofür und für wen auch immer?

… ein notizbuch, das auch andere lesen können?

… der interessantes kiosk der gegenwart?

… ein linkverzeichnis, das spuren ins web legt?

… der news-ticker der zukunft?

… die kommunikationchance für gleichgesinnte, die sich sonst nicht finden?

…  ein blosser zeitvertreib, der letztlich niemanden interessiert?

… das ende der intimität?

… der stammtisch der gegenwart?

… eine technisch einfache form, sein wissen anderen verfügbar zu machen?

… ein teil der eigenen identität?

… die blatt-form für ausgegrenzte in etablierten zeitungen?

… ein stilles örtchen des nachdenken?

… ein suchtmittel auf das man selbst in den ferien nicht verzichten will?

… ein …

doch halt! nun seid ihr dran: blogt mal so richtig über blogs!

stadtwanderer 

ferien sind zeiten lesens. auspannen, schattenplatz suchen, liegestuhl ausklappen, hinlegen und mit lesen beginnen: egal, ob es ein krimi oder ein roman ist, unabhängig davon, ob man in einem sachbuch oder einem comic liest, ferien ohne bücher sind keine richtige ferien.

bild-166.jpg

wenigstens bei mir! und so bestehen die reise vorbereitungen mitunter darin, den pass zu finden, die shorts zu lüften, und den lesestoff auszuwählen. der ist bei mir immer reichlich, denn ich lese am liebsten ein dutzend bücher miteinander.

und das ist sie, meine (vorläufige) hitparade der ferienlektüre ‘08:

“der schönste erste satz”, hgg. von der initiative deutsche sprache und stiftung lesen, berlin 2008.

ein buch darüber wie bücher anfangenwolfgang bortlik: hopp schwiiz! fussball in der schweiz oder die kunst der ehrenvollen niederlage, 2008.

die erste sozialgeschichte des fussballs in der schweiz, geschrieben vom fussballdichter und ehemaligen studienkollegen bölkle

brigitte studer, gérald arlettaz, regula argast: das schweizer bürgerrecht. erwerb, verlust, entzug von 1848 bis zur gegenwart, zürich 2008.

meine nachbearbeitung der volksabstimmung vom 1. juni 2008

damir skenderovic, gianni d’amato: mit dem fremden politisieren. rechtspopulismus und migrationspolitik in der schweiz seit den 1960er jahren, zürich 2008.

kritischer nationalfondsbericht, erstellt von zwei zeithistorikern der univ. freiburg i.ü. resp. der univ. neuenburg, zum verhältnis von migration und rechtspopulismus 

michael maurer: kulturgeschichte. eine einführung, köln-weimar-wien 2008.

eine übersicht zum boomenden teilgebiet der geschichte und zur rasch anwachsenden fachliteratur hierzu

frank bökelmann: die welt als ort. erkundungen im entgrenzten dasein, wien 2007

eine wahre herausforderung: sechs zeitgeistkritische essays zum ego, zum urbanen, zum sex, zum fremdsein, zu europa und zur börse 

gerechtigkeit. 20 geschichten über ein menschheitsthema. geo - das neue bild der erde, 2007.

spannende kurzgeschichten, zum beispiel zur rechtssprechung über tiere, die sich fehlverhalten …

hartmut rosa: beschleunigung. die veränderung der zeitstrukturen in der moderne, frankfurt am main 2006.

die krasse gegenwartsanalyse der soziologen, die man an einem entschleunigten ort lesen muss; auf die schnelle liest man das nicht …

robert gugutzer (hg.): body turn. perspektiven der soziologie des körpers (und des sports), bielefeld 2006.

mein versuch, die körperkommunikation in den städten besser verstehen zu lernen

robert zimmer: das philosophenportal. ein schlüssel zu klassischen werken, münchen 2005 (3. auflage) resp. ders.: das neue philosophenportal, münchen 2007.

eine leicht lesbare (so hoffe ich wenigstens) einführung in 16 resp. 18 zentrale werke der abendländischen philosophie, sodass sich daraus ein geschichte des menschlich-wissenschaftlichen denkens ergibt

 ralph tuchtenhagen: kleine geschichte schwedens, münchen 2008.

klar, das brauche ich, um mich in schweden immer wieder von neuem zurecht zu finden

bis am abend ist die liste der eingepackten bücher sicher nochmals ganz anders! eines, das ich hier nicht erwähnt habe, kommt sicher mit nach schweden: es ist das beste buch, das ich je gelesen habe resp. immer noch lese. es hat 1000 seiten, wobei jede gelehrter als die andere ist. es heisst “ideen. eine kulturgeschichte von der entdeckung des feuers bis zur moderne“. verfasst hat es der britischen wissenschaftsjournalist peter watson, der mich seit zwei jahren beschäftigt und der immer noch fasziniert!

und was liest du während des sommers?

stadtwanderer

foto: stadtwanderer

auf nach schweden

Juli 3, 2008 | 7 Comments

bald ist es soweit. ich gehe in die sommerferien. wie schon seit jahren ist schweden mein ziel.

955461746_5479c4829c.jpgdas erste mal, als ich in den norden ging, war das für mich ein grosses buch mit sieben siegeln. klar kannte ich die diskussionen über den wohlfahrtstaat, filme zum wasa-langlauf, sprüche über elche und firmen wie volvo oder ikea. selbstverständlich fehlte das wissen um den nobelpreis von anfang an nicht. als ich mich vertieft über schweden zu informieren begann, kamen die natur, insbesondere die unendlichen wälder und die zahllosen seen dazu, die gesellschaft, die sich zwischen wikingertraditionen und modernster frauenemanzipation ausdehnt.

zwischenzeitlich habe ich in 10 sommerferien einiges mehr gesehen, von stockholm, kleinstädte und vom lande. ich weiss nun, dass es fast keine mücken gibt, wenn man nicht selber gestochen werden will. dafür ist das klima nur schwer berechenbar: es kann hart sein, regnerisch, aber auch so heiss wie man es sonst nur vom mittelmeer her kennt. alles bestimmend ist der sonnenzyklus, weil diese energie bisweilen langanhaltend kraft spenden, dann wieder gar nicht. hell und dunkel sind in schweden genauso bestimmend wie die blau und gelb. das hat die immer noch vorherrschende agrargesellschaft ausserhalb der urbanen zentren nachhaltig geprägt. hier verändert sich alles nur langsam. so fühlt man sich bisweilen immer noch im eisenzeitalter, das schon herodot vor 2500 für die nordländer als typisch ansah.

die menschen wiederum sind meist unkompliziert, freundlich, aber zurückhaltend. eigentlich verläuft ihr leben ruhig, und auch sie selber sind nicht selber schweigsam. über schwermut wird viel erzählt, selbst wenn sie nicht auffällig sichtbar ist. ich glaube, das wichtigste ist den menschen in schweden ihre unabhängigkeit, weshalb man häufig zäune um die häuser findet und durch ein tor geht, wenn man privaten boden betritt. generell lebt man in sverige, wie das königreich genannt wird, naturnah und bescheiden, arbeitet man regel-, aber nicht übermässig, ist man stets ehrlich und immer der gerechtigkeit zugetan.

freue mich, schon bald wieder bei im hohen norden zu, um dort anzuknüpfen, wo ich vor einem jahr loslassen musste. berichte, wenn ich kann, im juli als

landwanderer

meine schwedenbilder

es ist einfach zu warm. ich leide. schon am mittag ist bei mir eigentlich abend. und am abend bin ich schlicht futsch, wenn es den ganzen tag so heiss ist. das alles ist ein untrügerisches zeichen: die sommerferien sind nahe! und in dieser zeit ruht das stadtwandern sinnvollerweise. ich werde also pausieren.

2618335244_451bfccc47.jpg

das heisst nicht, dass ich auf dem blog nicht hin und da berichten werden. bald schon bin ich unterwegs in den norden, voll von ideen, was ausser mücken-geschichten man mal erzählen sollte …

doch mit dem stadtwandern selber werde die nächsten wochen zurückhaltend sein. mit führungen beginne ich ende august wieder; und das sind meine gäste:

28.8.: cohep, bern

3.9.: obergericht des kantons zürich, in bern

30.9. (oder 1.10.): internationaler kongress des neuen aarauer zentrums für demokratie (in bern)

4.12. KPM Univ. Bern, Executiv MPA

im oktober und november 2008 sind noch termine frei! interessenten können sich direkt bei mir (stadtwanderer@stadtwanderer.net) melden.

wünsche allen, die im sommer in bern sind, gutes schwimmen in der kühlenden aare!

stadtwanderer

foto: stadtwanderer

290679512_5b6165ebf7.jpgradiowanderungen waren mal in. ich habe als junge selber daran teilgenommen. ich weiss aber auch, dass sie heute kein grosser wanderzirkus mehr sind. dafür kommen als neue medienform wieder auf: wandern sie virtuell mit, wenn der stadtwanderer mit radio “casablanca” durch die stadt bern, ihre gassen und geschichten spaziert und ins erzählen kommt.

Rathaus: Scharfrichter und Puffmutter
Bundesplatz: Wie Bern nicht Hauptstadt wurde
Zähringerdenkmal: Der Stadtbrief vom Analphabeten
Altes Schloss Bümpliz: Karriere einer Berner Adligen
Rosengarten: Wie die Juden Berns Krieg bezahlten
Anna-Seiler-Brunnen: Die Pest in Bern
Erlacherhof: Adrian von Bubenberg bringt Waschfrauen
Münsterplatz: Die Reformation in Bern
Du Théâtre: Musik statt Theater für die Obrigkeit
C&A: Napoleon steigt nicht aus der Kutsche aus

wer einen lautsprecher hat, kann sich die ausgewählte geschichte anhören. viel spass beim lauschig-kühlen eistee!

stadtwanderer

originalhinweis

foto: bärbi

the town rambler goes america! jawohl, ich wandere aus!

am 1. november 2008 gehe ich nach san francisco. ich lasse den europäer in mir zurück. mit ihm kippe ich gemeinschaftliche werte, den regulierenden staat und politische parteien als erbe gesellschaftlicher konflikte, die man bewältigen will. denn ich will wissen, wie öffentlichkeit funktioniert, wenn sie von der totalen personalisierung lebt. ich will sehen, wie politik gemacht wird, wenn man unbegrenzt an den markt glaubt. und ich erfahren, wie gerechtigkeit entsteht, wenn geld entscheidungen steuert.

arnold-schwarzenegger.jpg ich meine es ernst! es wird die radikale umkehr dessen sein, was ich bisher für gut befunden habe. und ich freue mich erst noch darauf!

vor allem bin ich gespannt, arnold schwarzenegger persönlich zu begegnen. dem ausgewanderten österreicher. dem sportlichen filmhelden. der gouverneur von kalifornien. und dem republikanischen fan der direkten demokratie.

so werde ich november als stadtauswanderer aus sacramento, aus denver und aus washington berichten. über politische kultur. über die vielen volksabstimmungen, die am 4. november 2008 stattfinden. und über die amerikanischen wahlen, die entscheiden werden, ob barak obama von den demokraten oder john mccain von den republikanern der neue präsident der amerikanischen politik wird.

keine buchrezensionen von amerikanischen autorInnen werde ich mehr schreiben. keine theorien aus ihnen werde ich mehr anwenden. denn ich habe mich entschieden: ich will amerikanische politik direkt erfahren, us-politikerInnen persönlich begegnen, und mich mit wissenschafterInnen und beraterInnen in der neuen welt unmittelbar auseinandersetzen.

in genau vier monaten ist es soweit: aus dem stadtwanderer wird der

stadtauswanderer!

ps:

damit keine voreilige vorfreude, und auch keine lähmende angst aufkommt: I’ll come back! aufs europäische festland, in die schweiz, nach bern! eine woche nur dauert mein tripp über den teich, denn ich mit joe mathews, korresponent der los angeles times, bruno kaufmann, journalist von schweizer radio drs, und einigen anderen interessierten an der politischen sache machen werde.

der scheinauftrag

Juni 28, 2008 | 35 Comments

das lirum-larum ist ein cafe an der berner kramgasse. mit bar, kleinen tischen und sitzgelegenheiten unter den lauben. gerade richtig, um an einem solch heissen samstag nach dem gang auf den markt an einem schattigen ort den morgenkaffee zu trinken und in der gemütlichen altstadt über die lage der nation nachzudenken.

bild-194.jpg

der augenblick

das gassengespräch an meinem tisch entwickelt sich rasch. denn die svp änderte gestern ihren europapolitischen kurs. “die opposition weicht der integration!”, weiss mein gegenüber. “ausgerechnet jetzt”, erwidert ihm der nachbar, “wo die svp ihre eigene integration der opposition opfert.”

bilanziere ich die standpunkte in der sache, die ich heute hörte, kann man ohne probleme verschiedener meinungen zum entscheid des parlamentes sein, die verlängerung und erweiterung der personenfreizügigkeit in eine vorlage zusammenzulegen: für die trennung hätte die tradition des schweizer abstimmungsgeschehens gesprochen, komplexe fragen soweit zu zerlegen, um einzelantworten zu sammeln und daraus den schluss zu ziehen. die zusammenlegung indessen folgt von beginn weg der sichtweise aufs ganze: wenn ein nein zur erweiterung ein ja zur verlängerung nachträglich in frage stellen würde, ist es besser, über beides in einem zu entscheiden, um eine interpretierbare entscheidung zu haben.

fasse ich die stimmung darüber hinaus zusammen, ist klar: entscheid ist entscheid! wer ihn nicht akzeptiert, stellt sich, nicht die sache ins zentrum. dazu zählt die svp, die sich seit langem im spagat zwischen wirtschaftsfreundlicher politik und antieuropäischer opposition zu profilieren versucht, um das ganze rechte spektrum dominieren zu können.

der rückblick

man erinnert sich: am 19. januar 2008 kehrte der abgewählte bundesrat christoph blocher aus den nachgouvernementalen ferien in die schweizer politik zurück. auf dem albisgüetli trat er vor dem parteivolk auf und erklärte der versammelten schweizer öffentlichkeit, was svp-opposition inkünfitg heisse:der auftrag, den man bei den wahlen 07 erhalten habe, bleibe der gleiche. wenn man ihn nun nicht in der regierung realisieren könne, mache man das aus der opposition heraus. und da schwadroniere man nicht; man ergreife die volksrechte, zum beispiel das referendum gegen die personenfreizügigkeit, falls die eu im steuerstreit nicht nachgäbe.

das tat die eu selbstredend nicht. doch die svp verzichtete als erstes auf die vermengung der beiden dossiers. als zweites lässt die parteispitze nun auch die referendumsdrohung fallen. um die eigene pirouette in einer kernfrage der partei zu kaschieren, diskrediert man in der bekannten propagandasprache den gegner: die dikatoren in der sp, cvp und fdp hätten in die trickkiste gegriffen, um das volk auszuschalten. da die gestellte frage nicht beantwortet werden könne, solle die svp die finger vom referendum lassen. während der unterschriftensammlung und im abstimmungskampf!

verschiedene krampftruppen, die sonst im windschatten der svp politisieren müssen, sehen das anders: die lega dei ticinesi allen voran, die das referendum lanciert hat; gefolgt von den schweizer demokraten, die schon unterschriftenbögen im bekanntenkreis verteilen; und der jungen svp, die sich irritiert gegen die vaterpartei stellt. entscheidend ist aber, dass auch die auns, sonst immer svp-treu, bei der euorpafrage nicht kneifen kann und beim referendum mitmacht, denn das bringt namhaft zugänge zu sympathisanten, die in solchen fragen immer unterschriftswillig sind.

der ausblick

es ist damit zu rechnen, dass zwischen dem 2. juli und 2. oktober die nötigen 50′000 signaturen zusammenkommen werden. denn die ausgangslage war schon einmal ähnlich: bei der einführung der personenfreizügigkeit war man seitens der svp auch eher passiv; man konzentrierte die aktivitäten auf das referendum gegen die abkommen von schengen-dublin!

damals wie heute wollte der wirtschaftsflügel der partei die differenzierung. das hielt jeodch nur solange, bis die referenden und die abstimmungskakade standen. danach entschied sich die svp, beides in einem zu bekämpfen, fürchtete sie doch die entstehung einer anti-europäisch gesinnten partei rechts von ihr. vor dem gleichen problem steht diesmal parteipräsident toni brunner, und zwar nicht zu knapp!

so werde ich ab oktober wieder ins lirum larum kaffee trinken gehen. um auf dem marktplatz der samstäglichen meinungen über die lage der nation nachzudenken. zum beispiel über scheinheilige, scheinflüchtlinge und scheinreferenden. aber auch über scheinopposition, scheinpräsidenten und den scheinauftrag.

stadtwanderer

foto: stadtwanderer

“Seit 2006 grassiert in der Schweiz eine erhebliche Masernepidemie, ohne dass ein Ende absehbar ist. Das BAG empfiehlt der Schweizer Bevölkerung sowie ausländischen Besuchern, welche nicht gegen Masern geimpft sind und diese Erkrankung nicht gehabt haben, sich dringend mit zwei Dosen der MMR-Impfung zu schützen.”

der dringende aufruf der schweizerischen gesundheitsbehörden hat nichts genützt. nun hat es auch den stadtwanderer erwischt. er ist vom heimtükischen fieber angesteckt worden.

doch seine masern sind sehr speziell. das bag steht von einem rätsel. denn seine masern werden vom blog-virus “wp224598″ ausgelöst.

masern.gif

herkunft des blog-virus beim erkrankten stadtwanderer

dieses und sein mutanden verbreiten sich weltweit rasend schnell übers internet. seit 2006 ist der stadtwanderer damit nachweislich infisziert. erste anzeichen der krankheit traten im märz dieses jahres auf. ein dringend empfohlener arztwechsel, ende april 2008, hat ihm nicht geholfen. nur schlimmer ist seither allers geworden.

von überall her wird der stadtwanderer laufend angesteckt, wie seine persönliche masern-karte (ausschnitt “schweiz”) zeigt. 400 neue infiszierungen pro tag sind zur regel geworden, wobei 800 körperstellen täglich betroffen sind.

am schlimmsten erkrankt sind die nachstehenden teile des stadtwanderer-bodies:

undemokratisch?

die merkwürdige geschichte der nationalhymne

lob der wildsau

gib e geiss!

fragen über fragen

bubenbergpartei der schweiz (bps)

bagdad in bern?

was sie morgen in der bz lesen - und worüber sie übermorgen nachdenken sollten

die kurx grosser parteien in der schweiz

die überraschende kulturgeschichte der farbe orange

am heftigsten sind die attacken auf den stadtwanderer am morgen um 10. sie schwellen auch abends um 16 resp. um 20 uhr an. ab mitternacht wird es meist etwas erträglicher. am wenigsten betroffen ist der patient in der nacht zwischen 4 und 6 uhr.

selbst im wochenrhythmus lassen sich feine unterschiede nachweisen. schlimm ist der mittwoch, wenn die globalen roboter-viren geballt ausströmen. dafür ist der samstag harmloser, etwas.

der trends, der aus dem arztbulletin hervorgeht, ist leider unerfreulich. nach dem arztwechsel waren die zwischenfälle im mai klar zurückgegangen, doch die freude war verfrüht. im juni sind sie wieder sprunghaft angestiegen.

10′000 besuche mit 20′000 angeschlägen werden für den monat juli erwartet. wir raten dem patienten zur flucht in ein masern-sicheres reservat.

der arzt des stadtwanders

frühere bulletins zum gesundheitszustand des stadtwanderer

sie sind ein spiegel des blogs im blogs. deshalb gehören sie unverzichtbar zum gesamtbild: die kommentatorInnen in weblogs!

w_schwarze-figuren-auf-orange.jpgin zeitungen wäre die klassische arbeitsteilung so: im redaktionellen teil berichtet man über aktuelles, während die redaktion im kommentar das geschehen wertbezogen beurteilt, um ordnung in die vielfalt der informationen zu schaffen. doch das ist, leider, schon lange nicht mehr der fall.

kommentatorInnen in blogs

in blogs kümmert man sich deshalb gar nicht mehr um dieses angelsächsische medienverständnis. die kommentatorInnen stammen auch nicht aus der redaktion. sie kommen aus der leserschaft. sie werden nicht ausgewählt, einen standpunkt zu verdeutlichen. sie melden sich, wann und warum sie wollen.

das ist gut so! denn es macht einen teil der spannung in blogs aus!

kommentatorInnen in weblogs sind ein spiegelbild.

des blogs. im blog.

die schreibenden entgegnen, wenn ein standpunkt einseitig vertreten wurde. sie ergänzen, wenn die informationen unvollständig sind. die spinnen den faden weiter, wenn das thema inspirierend wirkt. und sie be- und entgegnen anderen kommentatorInnen, die symbolisch schon mal ihre duftmarke hinterlassen haben.

die kommentare auf dem alten stadtwanderer nervten gelegentlich. denn die grundsätzliche offenheit der kommentarspalten eines blogs wurde immer mehr missbraucht. werbe-spam waren schon fast die regel, und leider häuften sich auch unflätige angriffe auf personen, die im blog vorkamen, oder auch nicht!

das hat sich im neuen stadtwanderer klar gebessert. auch wenn ich durch die umstellung einige kommentatorInnen verloren haben, bin ich nicht unglücklich. denn die gelegentlich destruktive art ist der konstruktiven gewichen. und das freut mich, jeden tag!

ich schätze all meine kommentatorin, die bisweilen täglich, bisweilen auch wöchentlich vorbeischauen und den stadtwanderer mit ihren ideen, ansichten, information und nachfragen bereichern. wird werden eine richtige fach-community für’ stadtwandern und darüber hinaus!

danke schön!, sagt der stadtwanderer

ein grosses merci also an ate (früher unter dem pseudonym weissnicht schreibend), Titus, Honigbärli, bärbi, bidu, lisa n., Monique, litscher, an den herr von bern, an walter r. kopp, mischa, adelheid, sms, david, nenne, bruno von d., rittiner&gomez, I Think, reto m., dan, rinaa und wie ihr alle heisst!

bei einige von euch weiss ich real, wer ihr seid (und habe dennoch euch als kommentatorInnen von einer anderen seite kennen gelernt). anderen von bin ich nur virutell begegnet, wenn ihr einen teil eures lebens erzählt habt, wenn ihr in gedanken verbunden ward, und wenn auch mal emotionen rüber gekommen sind. in einigen fällen sind daraus bekanntschaften geworden, die sogar in den alltag des stadtwanderer zurückstrahlen.

schön, dass es euch gibt und dass ihr dem stadtwanderer den spiegel hinhält und an seinem weltbild mitmalt!

stadtwanderer

die meistkommentierten beiträge auf dem neuen stadtwanderer

die meistkommentierten beiträge auf dem alten stadtwanderer (diskukssionen geschlossen)

nein, das ist kein aufruf an reto nause von der cvp, bei den kommenden gemeinderatswahlen in bern das lager zu wechseln. es ist die schlichte feststellung, dass der wahlkampf der berner rot-grünen dank den holländern an der fussball-europmeisterschaften seinen höhepunkt erreicht zu haben scheint, bevor man damit angefangen hat.

681368_w2.jpg

alexander tschäppät sonnt sich gegenwärtig im erfolg seiner stadt als beste host city der euro ‘08. sein wahlkampfslogan für den 30. november 2008 lautet wohl: “organen wirken wunder”. hinter vorgehaltener hand heisst es schon, er habe bei der sp und dem grünen bündnis angeregt, die parteikader sollten ab jetzt regelmässig den passantInnen auf der strasse eine organe in die hand drücken, um bis zur wahl in schönen erinnerungen schwelgen zu können.

erheblicher klimawandel

wer hätte das vor einem halben jahr gedacht? die rede war nur noch vom “6. oktober” und vom weltweiten imageschaden für die bundesstadt, den der stadtpräsident mitverantworte. die “weltwoche” rief schon zum den sturz der rotgrünen auf, und die nationalen medien verstärkten den tiefpunkt im nationalen wahlkampf, in die so viel jauche über die bundesstadt schütten wie schon lange nicht mehr.

und jetzt? da weiss man in ganz europa, dass bern das herz der fussballwelt ist, denn man hat gesehen, wie die kornhausbrücke die riesige menge der holländischen fans trug, ja fast schon in den fussballhimmel hievte. so ist auch die nationale medenstimmung zugunsten der stadt gekippt. “10vor10″ verfolgte gestern das wieder auferstandenen stadtoberhaupt beim stadtwanderern unter den stadtlauben!

wahlkampf der neuen art

so wie die bürgerliche wende aus der untergangsstimmung des 6. obtobers heraus geboren wurde, so basieren die rotgrünen mehrheitsansprüche auf der orangenen revolutionsstimmung, die die holländer in die stadt gezaubert haben. politisch aktiv ist jedoch keiner der beiden blöcke. diese bühne überlasst man gegenwärtig ganz den optimistischen parteigründerInnen: zuerst den grünliberalen, die bei den stadtratswahlen die linke mitte abgedecken wollen; dann der bdp, für die ursula begert, die vor vier jahren geschasste svp-gemeinderätin, nun die werbetrommel in der rechten mitte rührt; und schliesslich der eingemitteten “mitte”, die seit gestern als bürgerInnen-forum zwischen den blöcken und parteien antritt, um den amtierenden, von der fdp nicht mehr nominierten stwphan hügli im wahlkampf beizustehen.

warnungen in drei richtungen

doch kann man sich des eindruckes nicht erwehren, das alles interessiere die grossen politischen formationen kaum, so dominant ist die gefühlslage in der stadt nach dem tschutti-event. deshalb spreche ich gleich gleich drei warnungen aus:

erstens, rot-grün will ich darauf aufmerksam machen, die grünliberalen nicht zu unterschätzen, denn bei den parlamentswahlen sprechen sie einen teil der wählerschaft an, der bisher faut-de-mieux links wählte, sich diesmal aber neu orientieren könnte!

zweitens, fdp, svp und cvp will ich daran erinnern, dass die dreierliste für den gemeinderat vor allem auf dem politischen reissbrett überzeugte. in der praxis werden die selbst produzierten herausforderer aus der mitte zwar wohl nicht gewählt, aber die wende abwenden. und wenn dies eintritt, treten beat schori und reto nause nicht mit, sondern gegeneinander an!

drittens, will ich alexander tschäppät warnen. selbst wenn man heute lesen konnte, mit seiner form könne er in den niederlanden in jeder stadt bürgermeister werden. das stimmt zwar wohl, aber nicht so, wie man meint. denn in den niederlanden wird man stadtpräsident via amtseinsetzung durch die nationale regierung.

hier muss man immer noch das volk überzeugen, von sich, von seiner politischen allianz und dem programm der zukunft! selbst wenn man sich dabei auf den rotgrünorangenen welle surfen kann …

stadtwanderer