Vorwort zu meiner Stadtwanderung „Jugend&Politik“

Das Prinzip meiner Stadtwanderungen hat der römische Rhetorik-Professor Quintilianus erfunden. Er unterrichtete im 1. Jahrhundert den Nachwuchs des Kaisers in Rom. Dabei bemerkte er, dass diese wenig Gespür für Zeit und Geschichte hatten, wenn man sie damit «frontal» konfrontierte. Ging man jedoch durch die Zimmer einer Villa und erzählte man in jedem Raum eine Geschichte, konnten sie sich an den Weg und so auch an die Geschichten erinnern.
Wir machen hier das Gleiche: Sie sind die Kaiserkinder, ich ihr Erzieher. Ich erzähle Ihnen die Geschichte junger Menschen in Bern (und anderswo) im letzten halben Jahrtausend.
Zuammen gibt es ein Ganzes, eine „Kleine Geschichte der Jugend (in Bern)“

MEINE VILLA IST DIE STADT BERN UND MEINE ZIMMER SIND:

ZIMMER 1: Wir starten im beginnenden 16. Jahrhundert. Es geht um Söldner, junge Männer also.
ZIMMER 2: Wir sind mitten im 18. Jahrhundert. Es geht um das älteste Jugendparlament der Eidgenossenschaft und um eine Saloniere, eine gebildete Frauen, die im Jugendparlament nicht gefragt war.
ZIMMER 3: Wir sind in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Es geht um die jungen Studenten, die als Burschenschaften Politik machen und eine Staat gründen.
ZIMMER 4: Wir sind an der Schwelle des 19. zum 20. Jahrhunderts. Wir erkunden den Jugendstil in der Architekturgeschichte und die Jugendstile in der Sozialgeschichte.
ZIMMER 5: Wir sind im Jahre 1968 angekommen. Wir schauen, was von der rebellischen Jugendbewegung geblieben ist.
ZIMMER 6: Wir sind in den 1980er Jahren. Die Reitschule wird eröffnet und trotz Protesten seither wird das Kulturzentrum nicht geschlossen.
ZIMMER 7: Wir sind im Jahre 1991. Es findet die erste Jugendsession statt, die vier Jahre später in das heutige Jugendparlament mündet.
ZIMMER 8: Wir sind in der Mitte des Generationenhauses, dem heutigen Zentrum der Berner Burgergemeinde. Und wir fragen, was Generationenkonflikte heute sind.

NUN LOS!

PS: Meine Damen und Herren, die Stadtwanderung zu „Jugend&Politik“ (in Bern) wäre so toll gewesen, wäre nicht die Corona-Krise dazwischengekommen. Deshalb gehen wir nicht tatsächlich durch Berns Gassen, nur virtuell.

Typisch für 2020!

Bild: Rhetorikschule des Quintilianus, Rom 1. Jahrhundert nach Christius
Quelle: wikipedia


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